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Inhalt – Philosophisches

Strassmann, Tiefenstruktur der Realität

Rick Strassmann über  DMT Probanden in seinem klinischen Versuch: “Einige berichteten von einer eigentümlichen Auflösung der normalerweise fließenden Bewegungen ihres Gesichtsfeldes: ‘Die Bewegungen waren nicht mehr unsere Bewegungen, sie waren nicht länger geschmeidig oder koordiniert.’ Andere meinten, Laura und ich hätten ‘wie Roboter ‘ausgesehen und uns ‘ruckartig, mechanischer, irgendwie geometrisch’ bewegt.”
Dieses Phänomen erscheint mir als ein Hinweis, daß  bei der Rückkehr aus der DMT-Erfahrung eine grundlegendere, nämlich im Wesen diskrete Struktur unserer Raumzeit  zur Wahrnehmung kommen könnte. Im Aufwachen ist dann noch der geistige Blick, ein feinstoffliches  Sehen wirkmächtiger als das gewohnte Sehen des ‘profanen’ Auges. Dieses normale physikalische Sehen ermöglicht uns eben das Wahrnehmen einer Kontinuität gewohnter Art, einen reibungslosen Weltenlauf. Dahinter aber, gemäß der Einsicht, daß die Welt eine zusammengesetzte ist, daß sie aus voneinander abgesetzten  Größen bzw. Informationen besteht, die der Trägheit des Auges normalerweise verschlossen bleiben  und eben durch diese Trägheit ihre Natürlichkeit vorgaukeln,  besteht nun eine Möglichkeit einer tieferen Ein-Sicht zum erweiterten Gesichtsfeld des höheren Selbst. (Eine Analogie bietet  hier das Bild der Sicht einer  Katze auf einen Fernseher, dessen Einzelbilder ihr nicht als fließende Summe erscheinen, da ihr Auge höher auflöst und so  der Vorgang in Standbilder zerlegt ist und die Übergänge ruckartig erscheinen.) So könnte also unter veränderter Perzeption ein Einblick in die Tiefenstruktur unserer Realität vorliegen,  gemäß des (neuplatonischen) Satzes, “die ursprüngliche und wahrhafte Zahl sei für die Mannigfaltigkeit des Seienden der beherrschende Anfangsgrund und die Quelle seines Zustandekommens” (Volkmann Schluck).  Hier ist somit auch die eigentliche (schamanische) Auflösung des Körpers oder Ichs zu verorten, die eine Anschauung der Diskontinuität der sogenannten  (raumzeitlichen) Tatsächlichkeit freigibt und sie als Zustand, als Bild entlarvt, die unter besserer Wahrnehmung der Auflösung anheimfallen muß und förmlich in ihre Einzelbilder zerfällt oder zerspringt. DIES muß der eigentliche Hintergrund für den Mythos der  Zerstückelung sein, von dem C.G. Jung schreibt: “Das Zerstückelungsmotiv gehört in den weiteren Zusammenhang der Wiedergeburtssymbolik. Deshalb spielt es auch eine besondere Rolle in den Initiationserlebnissen der Schamanen, welche zerstückelt und wieder neu hergestellt werden.”
Die verschiedenen hierauf rekurrierenden Opferriten mögen ein (meist letaler) symbolischer Nachvollzug dieses Phänomens sein, laufen dabei aber -wie religiöse Opfer allgemein-  als Ausweis der Befangenheit und Unkenntnis  in eine nutz -und fruchtlose, ja schädliche  Irre.
Zu solcher  Konstitution der Welt sei hier  die grundlegende Ansicht der Pythagoreer angefügt. Es ist zu vermuten, daß auch hier -ganz ursächlich- eine initiatorische Empirie zugrunde liegen mag:
“Die Pythagoreer bezeichnen die Monade (‘Einheit’) als Anfang (Prinzip) aller Dinge , aus der Monade aber sei die unbegrenzte Dyade (“Zweiheit”) entstanden, die gleichsam als Materie der Monade, welche Ursache ist, untersteht; aus der Monade und der unbegrenzten Dyade aber kämen Zahlen, aus den Zahlen die Punkte, aus diesen die Linien, aus denen die Flächenfiguren entstünden, aus den Flächen aber die festen Gebilde, aus diesen die sinnlich wahrnehmbaren Körper.” (C.Riedweg)

Strassmann, veränderbare Welt

Rick Strassmann: “Es kommt zu einem Konflikt zwischen der Arterhaltung und dem als Gegensatz zur Sexualität erfolgenden Erreichen eines Zustandes, in dem der individuelle menschliche Geist in seiner großartigsten Form erblüht. Biologisch könnte dieser Konflikt in der Zirbeldrüse ausgetragen werden. Wertvolle Ressourcen werden entweder zur Bildung des für die Fortpflanzung wichtigen Melatonins gebraucht oder für die des spirituell unerlässlichen DMT, für das Hormon der Dunkelheit oder die chemische Substanz des inneren Lichtes.”
Die hier eventuell etwas bizarr anmutende Reduktion zölibatärer Schlussfolgerungen auf die Biochemie des Gehirns (die aber bei Strassmann zuletzt keinen Biologismus meint) soll hier nur insofern von Interesse sein, als sie sozusagen  -paradoxerweise- ein reduktionistisches Gegenargument zur naturalistischen und reduktionistischen Denkart  anstossen kann: Wenn unser Sein, unsere Seinsart das Ergebnis biologisch-molekularer (Hirn-)Tätigkeit ist, was sagt dies dann schließlich über unsere Existenz? Doch nichts anderes, als daß diese selbst nur als eine Empfindung auf  molekularer Basis basiert und entsteht und konstruiert ist. Eine wahrlich dünne und auswechselbare Grundierung gibt sie also für jenes ab, was uns als Welt und  Wirklichkeit so derart  unumstößlich scheint!  Folgerichtig dann ebenfalls Strassmann:  “Das Bewußtseinsmolekül führt uns auch in spirituelle, in geistige Welten. Diese Welten sind normalerweise für uns und unsere Instrumente unsichtbar und in unserem normalen Bewusstseinszustand nicht zugänglich. Die Theorie, daß diese Welten nur innerhalb unseres Geistes existieren, ist jedoch nicht wahrscheinlicher als die, daß sie in Wirklichkeit außerhalb und unabhängig von uns vorhanden sind. Eine Änderung der Fähigkeiten unseres Gehirns, etwas zu empfangen, würde ausreichen, damit wir diese Welten wahrnehmen und mit ihnen interagieren können.”
Carlos Castaneda hat ja genau diesen wichtigen Gedanken exemplarisch in seinem ersten Band über Don Juan Matus wie folgt dargelegt: “Die Zauberer sahen, daß wenn der Montagepunkt (ein Punkt an dem der gesamte Energiefluß einer Energie Masse unvorstellbarer Dimension zur Zusammensetzung der Wahrnehmung konvergiert) in einer neuen Position befindet (etwa durch psychotrope Pflanzen) ein anderes Bündel von Energiefeldern durch ihn hindurchgeht, so daß der Montagepunkt gezwungen ist, diese Energiefelder in Sinnesdaten zu verwandeln und zu interpretieren, was im Ergebnis zur Wahrnehmung ganz neuer Welten führt.” (!)
In einem Satz zusammenfassend läßt sich sagen: Welt ist Bild, ist (biologisch veränderbare) Wahrnehmung, ist intersubjektiv wahr.

Schopenhauer, Weltverlauf und das Bleibende

Arthur Schopenhauer: “Alle die (Hegelianer), welche solche Konstruktionen des Weltverlaufs oder, wie sie es nennen, der Geschichte aufstellen, haben die Hauptwahrheit der Philosophie nicht begriffen, daß nämlich zu aller Zeit das selbe ist, alles Werden und Entstehen nur scheinbar, die Ideen allein bleibend, die Zeit ideal. Dies will der Platon, dies will der Kant. Man soll demnach zu verstehen suchen, was das ist, wirklich ist, heute und immerdar, d. h. die Ideen (in Platons Sinn) erkennen. Die Toren hingegen meinen, es solle erst etwas werden und kommen.”
Nun verstehe ich hier gar nicht den Reibungspunkt! Natürlich muß ja etwas werden, nämlich das Verständnis über das Ewige, also das Erkennen! So muß ja erst das  Eine werden – als in sich selbst Zurückgenommenes, in der Aufhebung jener fragmentierten Wahrnehmungsart, die alles als Schein Benannte erst hervorbringt! Dies ist ja zeitlich betrachtet ein Prozess, ein Dazukommen und Dazugewinnen;  man denke hier an das Eckart-Wort, daß die Seele wieder hineinzutragen hat, was die Sinne einst hinaustrugen.  Dies schmälert indes  nicht die Erkenntnis über die Gleichzeitigkeit und Ewigkeit der geistigen Sphäre. Streng genommen zählt insofern für ewig auch alle Fragmentierung zum Aspekt der ewigen Möglichkeit  ‘daß nämlich zu aller Zeit das selbe ist’, ist so erst ganz wörtlich genommen. Das immerwährend Desintegrierte soll dann aber nicht mehr von der aktual betrachtenden Position formuliert sein, sondern es soll als überstiegen gelten, als nur Potentielles und nicht als Betrachtetes,  Explizites.  Es soll also gesagt werden:  Was kommen soll, das Ziel -von uns aus betrachtet in der Zukunft –   das ist die Durchdringung des  jetzigen Bewußtseins  über das Immerwährende, individuell zum höheren Selbst und global zur Überwindung von Welt und Raumzeit – solange der Mensch  nicht die für die Raumzeit konstitutiven Bedingungen  transzendiert, ist ein Außerhalb, daß eben ein “Werden” und “Kommen” kennt, erahnt, erstrebt.
Im Nebensatz: Eine Versöhnung von impliziter und expliziter Ordnung wird gerade auch im (neu)platonischen Denken ausgesprochen:
“Das Zusammensein von Idee und Seele stellt gleichsam die Spitze der platonischen Ontologie dar.” (Volkmann Schluck) Auch eine im Erkennen liegende Bewegung gehört zum Seienden! Volkmann Schluck: “Das Seiende muß von ihm selbst her sich in eine Vielheit von Bestimmungen gliedern lassen, seine ontologische Grundstruktur muß so beschaffen sein, daß aus ihr sichtbar wird, wie Eines von ihm selbst her Vieles sein kann.”

Platon und Nahtoderfahrung

Platonisch: “Im Tod löst sich die Seele vom Körper, das ewig Lebendige trennt und befreit sich von der nur durch seine Einwirkung belebten Materie. Vom Leib entbunden kann die Seele auf ungetrübte Weise erkennen, weshalb der wahre Philosoph den Tod als sinnvoll anstrebt.” (wikipedia)
Im Nahtoderleben kommt es zur  Einsicht, daß ein Tod gar nicht existiert, sondern vielmehr das Bewußtsein unvermittelt aus dem Körper austritt, nun der Umgebung aus Distanz und schon bald  einer ganz anderen, höheren Seinsebene gewahr wird. Dies Erleben ist von  gesteigerter, dynamisierter  Wahrnehmungsart, in höherer Intensität und Wirklichkeit als bisher bekannt. Das verlassene Sein wird als schattenhaft und uneigentlich empfunden. (Man beachte die direkte Korrelation zu Platons Höhlengleichnis.) Raum wird nun ganz anders erschlossen (nämlich ‘psychisch’), und Zeit scheint jede Bedeutung verloren zu haben. Apelt über Platon: “Raum und Zeit sollen für Platon keine objektive Bedeutung gehabt haben, sondern sollen lediglich unserem Geiste als dessen subjektive Auffassungsweise angehören.”
Derjenige, der den Nahtod erlebt, erlangt oft ungekanntes Wissen und so etwas wie eine  ganze Einsicht, über sich Selbst, seine Biographie, über andere und allgemein über die Fragen des Seins in toto. Bei Platon heißt Lernen Erinnern, das Totalwissen ist Attribut der Seinsart, die einst verloren wurde und wiedererlangt werden muß.   “…dem zufolge alles Wissen in der unsterblichen Seele immer schon vorhanden ist, aber bei der Geburt vergessen wird. Der menschliche Intellekt erschafft kein neues Wissen, sondern erinnert sich nur an das vergessene. Somit beruht jede Erkenntnis auf Erinnerung. Das Wissen steht der Seele zwar immer potentiell zur Verfügung, sie hat aber für gewöhnlich keinen Zugriff darauf.” (wikipedia)
Somit folgt die Entwicklung des Menschen  schon zur Lebzeit einem Telos -der im Tod erst recht belebt wird – der dem Aufstieg dient, der wiedererlangen muß, wessen man verlustig wurde. Demnach auch ist jenes, was auf der Zeitachse vor uns liegt, lebensreell als zivilisatorisch,  technisch sowie spirituell fortgeschritten zu verstehen. ‘Lernen ist Erinnern’ meint eine Rückbesinnung auf jenes Verlorene, was geschichtlich  aber erst noch entstehen muß. Die explizite Gewahrwerdung dieses  Zukunftsaspektes trifft allerdings eher auf die Erfahrung unter gewissen Entheogenen (wie DMT) zu, während die Nahtoderfahrungen in aller Regel eher die numinosen Aspekte zum Mittelpunkt haben, deren  übersteigende Qualität in der (bildloseren?) ontischen Verbundenheit einer (abstrakten?) geistnahen Sphäre bzw. Totalität liegen mag. 
Zentral ist auch die Gewahrwerdung eines unbeschreibbaren Lichtes in Verbindung mit der  Erfahrung einer bedingungslosen, umfassenden Liebe. Auch bei Platon ist das Höchste ja nicht ohne Qualität, gerade auch im Kontext negativer Theologie oder der Schilderung des ganz Anderen bleibt ihm doch ein ausschlaggebendes Attribut: Es ist das Gute. Bei Plotin dann ‘der liebende Geist’. Und selbst dieses ganz Andere, dieses Allerhöchste wird in wesenhafter Teilhabe erlebbar als ‘Licht vom eigenen Licht.’ So auch in der Nahtoderfahrung. Dies Erleben ist also zuletzt Betonung und Evidenz urplatonischer  Ansicht: Es (was Alles heißt) ist nur Eines -und dies ist das unabdingbare und unbedingte Gute.

C.G.Jung, das Selbst

C.G.Jung: “Die Illusion bezüglich der Natur des Selbst ist die übliche Verwechslung von Ich und Selbst. Nukariya versteht unter ‘Selbst’ den Allbuddha, d.h. eine Bewußtseinstotalität des Lebens schlechthin. Er zitiert Pan Shan, welcher sagte: ‘Der Mond des Geistes (mind) schließt das ganze Universum ein in seinem Lichte’ und fügt hinzu: ‘Es ist kosmisches Leben und kosmischer Geist (spirit) und zugleich individuelles Leben und individueller Geist’.”
Vergleichend Kremer über Plotin: “Der Seele ist die Rückkehr zu ihrem Ursprung natürlich möglich. Sie kann daher Geist werden. Dabei wird zugleich deutlich, daß die Geistwerdung der Seele nicht die Auslöschung ihrer Individualität bedeutet, genausowenig wie die Einigung der Seele mit dem Einen in der mystischen Schau nicht die Annihilierung der Seele impliziert.”
Aber hier ist ein Seelenbegriff zugrunde gelegt, der den unseren, normal gebräuchlichen ins Unvorstellbare übersteigt! Dieser impliziert die Individuation auf einer Ebene der  Umschließung  des höheren Ich zu seiner Transpersonalität (die C.G: Jung das Selbst nennt), was prinzipiell die Entsprechung der plotinischen Weltseele meint.
C. G. Jung: “Wie immer man das Selbst definieren mag, so ist es etwas anderes als das Ich, und insofern eine höhere Einsicht vom Ich überleitet zum Selbst, so ist letzteres ein Umfänglicheres, welches die Erfahrung des Ich in sich schließt und dieses daher überragt. Gleich wie das Ich eine gewisse Erfahrung meiner Selbst ist, so ist das Selbst eine Erfahrung meines Ich, welche aber nicht mehr in der Form eines erweiterten oder höheren Ich, sondern in Form eines Nicht-Ich erlebt wird.” 
Und nun über die eidetische Spähre, deren unterer Aspekt eigentlich die Weltseele ist, noch hinaus:  “Damit ist über den ‘Inhalt der Erleuchtung’ schon Erhebliches ausgesagt. Der Vorgang des Satori ist gedeutet und formuliert als ein Durchbruch eines in der Ichform beschränkten Bewußtseins in die Form des nicht-ichhaften Selbst. Diese Auffassung entspricht dem Wesen des Zen, aber auch der Mystik des Meister Eckhart.”  Hier muß man anfügen, daß  Eckart ganz den Schwerpunkt auf die Überwindung  jeder  eidetischen ‘Inkorporation’ und Möglichkeit  legt und ganz auf den Aspekt der Einsheit abzielt, wo “Engel und Insekten gleich sind”.  Die plotinische unio exstatica trifft zuletzt die selbe Aussage, wertet aber den Nous nie ab, da sie in ihm die Wirkmacht der höchsten Bereiche zur Rück-Emanation erkennt und ihr eigene Berechtigung zuspricht, die im späten Neuplatonismus  in der Ausgestaltung eines differenzierten Ideenhimmels gar besonders  zur Entfaltung kommt.

C.G. Jung und Weltseele

C.G. Jung: ” Das Selbst ist ja kein Ich, sondern eine diesem übergeordnete Ganzheit, die Bewußtsein und Unbewußtes umfaßt. Da aber letzteres keine bestimmbaren Grenzen besitzt und zudem in seinen tieferen Schichten kollektiver Natur ist, so kann es auch nicht von dem eines anderen Individuums unterschieden werden. Infolgesdessen bildet es die stets und überall vorhandene ‘participation mystique’, d.h. die Einheit der Vielheit, den einen Menschen in allem. Das Unbewußte ist das allgemein Vermittelnde unter den Menschen. Es ist in gewisser Hinsicht der Eine, der alles umfasst, oder das eine Psychische, das allen gemein ist.”
Meine Anmerkung: Man beachte hier die Korrelation zum Kosmischen Adam der Kabbalisten oder dem indischen Purusha. 
Vor allem auch  liegt hier eine Verbindung mit der plotinischen Weltseele vor. Folgt man dem Jung’schen Diktum vom “tiefen Traum”, der eben den archetypischen Bereich aufzuschliessen ermöglicht, so legt er hiermit einen besonderen Adel in jeden einzelnen Menschen. Der Zugang zum Sein der Weltseele meint die Erfahrung  eigener Größe und Unerschöpflichkeit, die nicht Vermittlung braucht, sondern nur Abgabe, Hingabe an das Unbestimmte, an das Überpersönliche im Selbst, das eben das Numinose im Eigenen bereitstellt. Plotin: “Körper finden sich teils in entgegengesetzter Richtung, teils haben sie eine andere Art des Abgeschnittenseins von einander. Nicht so die Seele: Sie ist nicht zersplittert, …sie ist überall ganz gegenwärtig.” “So also muß man die Fähigkeit der Seele, die dem Aufnehmen dient, rein bewahren und bereit, die Laute zu hören, die von oben kommen.” Anmerkung hierzu von C. Thornau: “Das Mittel dazu sind die kathartischen Tugenden. Es geht dabei nicht darum, dem Körper das Notwendigste zu verweigern, er darf nur nicht ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken.”
Klaus Kremer über Plotin:”…so entdeckt unsere Seele die Hypostasen in sich (sic!). Wie der Nus immer auf jenes (Eine) schauen muß…so muß auch der obere Teil der Seele immer auf den Nus schauen, dami die Seele bestehen kann. Und ebensowenig steht zwischen ihr und dem Nus. Die Thematik von dem auf den Nus gerichteten Teil der Seele kehrt wieder mit der aufschlußreichen Ergänzung, daß die Seele dadurch gleichsam in ihr Inneres gerichtet sei. Eng mit Plotins Anschauung von dem in der geistigen Welt  verbleibenden Teil der Seele (eidos = Archetypus!) hängt seine Endeckung des Unbewußten zusammen. Nicht erst Leibniz, schon gar nicht erst Freud, sondern Plotin ist der Entdecker des Unbewußten.” (Kremer)
Und direkter, in (esoterischer) Anschaulichkeit eine Korrelation mit einer ganz anderen (schamanischen) Schilderung: “Energie direkt wahrzunehmen ermöglichte den Zauberern von Don Juans Traditionslinie, die Menschen als Konglomerate von Energiefeldern zu sehen, die einer leuchtenden Kugel gleichen. Die Menschen auf solche Weise zu beobachten, befähigte diese Schamanen zu ganz außerordentlichen energetischen Schlußfolgerungen. Es fiel ihnen nämlich auf, daß jede dieser leuchtenden Kugeln individuell mit einer Energie-Masse von unvorstellbaren Dimensionen verbunden ist, die im Universum existiert – eine Masse, die sie das dunkle Meer der Bewußtheit nannten. ”

Parmenides, Prooemium

Über Parmenides’ Prooemium: “Bericht des Erzählers von einer Reise, die ihn bis vor das Tor führt, durch welches die Pfade von Tag und Nacht verlaufen und das von Dike, der Göttin der Gerechtigkeit, bewacht wird. Nachdem Dike dem Erzähler Einlass gewährt hat, wird er von einer namenlosen Göttin begrüßt, die von nun an allein das Wort führt. Sie erklärt ihm zunächst, dass ihn sein Wandeln fernab von den üblichen Pfaden der Menschen an diesen Ort geführt habe, weshalb sie ihm nunmehr offenbaren werde, was es einerseits über die Wahrheit an Sicherem zu sagen gibt und was andererseits den Sterblichen wahr zu sein scheint. Mit Sicherheit, so fährt die Göttin fort, muss gesagt werden, dass das Seiende (t’eon, ta eonta) ist, das Nicht-Seiende (mê eonta) hingegen nicht. Das Seiende, so Parmenides, sei vollendet und gänzlich unveränderbar. Die Möglichkeit einer Veränderung oder Zerstörung sei undenkbar und somit sei die Annahme irgendeiner Form der Veränderung des Seienden bloße Meinung (doxa) und somit purer Schein. ” (Wikipedia)
Hierzu nun einige Sätze aus  “Parmenides, Vom Wesen des Seienden” von A.Reckermann:
L. G. Marciano hat sich der alten Konjunktur von Simon Karsten angeschlossen, wonach der Weg den parmenidischen Jüngling durch alles Dunkle bringt. So unterstützt sie die Interpretation ihres Lehrers Walter Burkert, der den Weg der Göttin als Initiationsweg deutet und deshalb den wissenden Mann … als Eingeweihten im Sinne der Mysterienkulte  versteht, der den Weg in die Unterwelt und damit an die Grenze zwischen Tod und Leben deswegen nicht mehr fürchten muß, weil er ihn in der kultischen Begegnung mit der Unterweltgottheit schon gegangen ist. Weder die Frage nach der Aussageabsicht des Prooemiums (nur eine Allegorie oder mythisch ernst gemeinte Umschreibung eines göttlich beglaubigten Wissens … ist sicher zu beantworten….”
Gemäß des zuletzt Gesagten möchte ich die Schilderung des Parmenides, “die als den Ort ihrer Wahrheit eine Wirklichkeit benennt, die nur im Medium mythischer Bilder umschrieben werden kann” (Reckermann)  als die Wiedergabe einer höchst realen – und dem Seinsgehalt nach gesteigerten!- und in dieser Art tatsächlich erfahrenen (erfahrbaren) Erlebnisebene interpretieren. Wie schon für die   Mysterien von Eleusis ist auch hier  eine ganz grundlegende (bewußtseinstranszendente) Empirie zu vermuten, die aber (man kann fast sagen: wie gewohnt) innerhalb des abgesteckten, konventionellen   Interpretationsrahmens  oft gar nicht erst in Betracht gezogen wird. Es stellt dabei keine unzulässige Überschreitung dar, hier solcherlei Vermutung anzustellen, denn Reckermann sagt selbst: “Es gibt keine risikolose Parmenides-Interpretation, so daß die Möglichkeit des Irrtums fest in sie eingeschrieben ist.”
“Der Versuch… hinter der Mythologie ‘ein existentielles Motiv’ wahrnehmbar zu machen, das aus der Erfahrung der menschlichen Vergänglichkeit das Problem von Werden und Vergehen im Ganzen stellt (nach Hölscher).”  Gerade dieser Interpretationsansatz erscheint mir nicht suffizient! Er gibt ja sogar bestes Beispiel für eine gerne präferierte (und allzu bequeme) Herleitung für ‘Religion’ überhaupt, die sich  dann zuletzt auf kaum  mehr als auf  eine Kausalität von Angstmotivationen zurückziehen muß. Ebenso verkürzend erscheint aber der Versuch, das ganze nur als eine Angelegenheit intellektueller Deduktion  zu begreifen:
“…zeigt sich, daß das Denken des in Wahrheit Seienden als des Einen und in sich Zusammenhängenden, das sich darin ausspricht, nicht, wie Nietzsche das unterstellt hat, einem ungriechischen ‘Moment der …völlig blutlosen Abstraktion’ entsprungen zu sein, sondern daß es das Problem des Todes und der damit verbundenen Nächtigkeit des Lebens gewesen ist, das sowohl seiner Ontologie als auch der von ihr ausgehenden Kosmologie Anstoß und Ziel vorgegeben hat.”
Oder weiter in der Verquickung von  Angstmotiv und Abstraktion: “… So besteht der Anfang, von dem das Fragen des Parmenides ausging, in der Verarbeitung der irritierenden Erfahrung des Werdens und Vegehens , die nach Hölscher aus dem Augenblick heraus möglich wurde, ‘als ihm aufging, es gibt keine Löcher von Nichtsein in dem Kontinuum des Ganzen, es ist nur Seiendes, und das Seiende ist Eines.’ Hölscher klagt damit für Parmenides die Fähigkeit ein, die Wirkung der ‘furchtbaren und betäubenden Vorstellung’ der ‘gänzlichen Unbeständigkeit alles Wirklichen, das fortwährend nur wirkt und wird und nichts ist’, ‘ in das Entgegengesetzte’, also in das ‘Erhabene und das beglückte Erstaunen zu übertragen.”
All dies ist der Erklärung zu wenig. Weder das seelische Moment der Irritation und Erschütterung angesichts  von Niedergang und Vergänglichkeit, noch aber eine rein gedankliche ‘Übung’ und Bemühung zur Seinsaufhellung erklären nach meiner Überzeugung Parmenides’ Impetus, wie auch nicht den Impetus aller verwandter Erzählungen und Erzähler  in früher gnostischer oder idealistischer Tradition (Orpheus, Pythagoras, Empedokles, Platon…). Man scheut aber offenbar den Wunsch zur Konkretion der mythischen Sprache und Ummantelung, man mag nicht bis zum Kern gehen,  was auch heißt, daß man  die anthropomorphe Sicht der Defizienzerfahrung ganz beibehält und so  wegen dem Fokus auf einen Mangel (und nicht aus der Annahme pleromatischer Fülle) das Ausschnitthafte der Perspektive zur Grundlegung aller weiteren Hinleitung voraussetzt. Dabei kann man mit Gewißheit zwei Blickweisen feststellen, die dem Menschen seit Beginn aller Rechnung  den Zugang zum Numinosen erlaubt haben: Es handelt sich nämlich einerseits um den Gebrauch des schamanischen Pflanzen- Entheogens und andererseits schlicht um die Nahtoderfahrung –  ihre Implikationen  gehen jeder Religion und erst Recht jeder Philosophie voraus, sie meinen die Apriorie  aller transzendenten Kolportage und jeder Form ihrer viel späteren  Institutionalisierung, sei sie  theoretisch intellektuell, oder glaubenspraktisch rituell. So wurden und werden sie auch vom fortschrittlichsten Rationalisierungsversuch  nie eingeholt oder gar übertroffen, sondern hierin -idealiter- lediglich  in anderer Sprache NACHvollzogen, (dies, weil ihre Inhalte  allgemein in der Tiefe des Seins liegend auch geistig ‘erzwungen’ werden können.)
Immerhin erfährt diese andere Deutung in einem weiteren Zitat über Parmenides  tendenzielle Bestätigung:
“In Hölschers Deutung wird Parmenides überzeugend zum Vertreter einer ontologisch und zugleich erkenntniskritisch fundierten Physik besonderer Art. In ihr geht es nicht nur um die geistige Bewältigung menschlicher Sterblichkeit, sondern um den Versuch, das menschliche Wirklichkeitsbewußtsein auf einen Zusammenhang des Ganzen blicken zu lassen, der das menschliche Dasein und auch das ihm zugehörige Denken übersteigt, auch wenn wir ein solches Ganzes der Natur heute im Medium der Wissenschaft nicht mehr erschließen können. “
Dem Letzteren  liegt nun allerdings ein Wissenschaftsverständnis zugrunde, das von heutiger Warte längst konterkariert wurde!

Geistseelen und Feuerkugeln

C.G.Jung: “Die Geistseelen der Menschen sind ‘Feuerkugeln, und so ist vermutlich auch die anima Christi eine solche Kugel gewesen, denn Hildegard von Bingen deutet ihre Vision nicht etwa nur auf das Werden eines Menschenkindes im allgemeinen, sondern im besonderen auf Christus und die Gottesmutter. … Der zeugerische Aspekt des Heiligen Geistes verbindet die Gottheit mit der Materie, wie aus der heiligen Legende deutlich hervorgeht. Die Zwischenformen von Geist und Materie sind offenbar die rotunda, Vorstufen belebter und beseelter Körper. …In der Miniatur sind die Kugeln feuerfarben, die feurigen Samen, aus denen menschliche Lebewesen hervorgehen, eine Art von pneumatischem Rogen. Dieser Vergleich rechtfertigt sich insofern, als die Alchemie die rotunda mit den ‘oculi piscium’ (den Fischaugen) vergleicht. Die Fischaugen sind immer offen, wie die Augen Gottes. Sie sind synonym mit den scintillae, die ihrerseits ‘Seelenfunken‘ darstellen. … Das Bild zeigt deutlich, daß die Augen und Feuerkugeln keineswegs mit den Himmelskörpern identisch, sondern von den Sternen verschieden sind. Es bestätigt, daß die Seelen Kugeln darstellen.”
Don Juan Matus: “Die Menschen sehen anders aus, wenn du sie SIEHST. Der kleine Rauch (Anmerkung von mir: das Entheogen) wird dir helfen, die Menschen als Lichtfasern zu sehen. Fasern wie weiße Spinnenweben. Sehr feine Fäden, die zwischen Kopf und Nabel kreisen. Dann sieht ein Mensch aus wie ein Ei aus kreisenden Fasern…Daher ist der Mensch, wie du vielleicht eines Tages sehen wirst, gleich ob Bettler oder König, ein leuchtendes Ei, und es ist unmöglich, irgend etwas an ihm zu verändern.”
Schaut man übrigens genau die von C.G. Jung angeführte Illustration ‘Beseelung des Kindes im Mutterleibe’ aus Hildegards Scivias, dann findet eine Feuerkugel unterhalb des Kopfes Platz, erstreckt sich über den  Hals bzw. oberen Brustbereich. Eine Korrelation mit dem indischen Modell der Chakren (cakra = Rad, Diskus, Kreis)  liegt hier natürlich mehr als nahe, die Entsprechung mit den rotunda (gerade die Halsposition bei Hildegard entspricht dem dritthöchsten Halschakra) ist unverkennbar.

Zusatz
Ich finde beim Verfassen dieses Artikels  in einem theosophischen Wörterbuch von Gottfried von Purucker, das ich soeben mit der Post zugestellt bekam, beim Aufschlagen  unvermittelt -in synchronistischer Weise-  folgenden Eintrag (!):
“Aurisches Ei
Dies ist ein Ausdruck, der ausschließlich zu den tieferen Lehren der Esoterischen Philosophie gehört. Wenig kann hier darüber gesagt werden, nur soviel, daß es die Quelle der menschlichen Aura wie auch für alles andere ist, was die siebenfältige menschliche Konstitution enthält. Es ist gewöhnlich oval oder eiförmig, daher sein Name. Es erstreckt sich vom Spirituell-Göttlichen bis zum Astral-Physischen und ist der Sitz aller monadischen, spirituellen, intellektuellen, mentalen, leidenschaftlichen und vitalen Energien und Fähigkeiten der siebenfältigen menschlichen Konstutution. Seiner Essenz nach ist er ewig…”

C.G. Jung und Ufos

C.G: Jung: “Man wird den ehrenwerten Augenzeugen und Radarexperten gerne das beneficium dubii zuerkennen, muß aber darauf hinwiesen, daß eine unzweifelhafte Ähnlichkeit der Ufoerscheinungen mit psychologischen und psychischen Vorraussetzungen besteht, welche bei der Beurteilung und Bewertung der Beobachtungen nicht übersehen werden sollten. Abgesehen von einer dadurch ermöglichten psychologischen Erklärung des Phänomens wirft die Vergleichung auch ein Licht auf die psychische Kompensation der kollektiven Angst, welche die Gemüter bedrückt. Der Sinn des Ufogerüchtes erschöpft sich nämlich nicht in dem eines kausal verstandenen Symptoms, sondern beansprucht den Wert und die Bedeutung eines lebenden Symbols, d.h. eines dynamisch wirksamen Faktors, der sich aber in Folge der herrschenden Verständnislosigkeit und Unwissenheit auf die Erzeugung eines visionären Gerüchtes beschränken muß.” 
“Ich bin auf die Frage gefasst, welche mir von meinen Patienten auch immer wieder gestellt wurde. Was nützt eine Kompensation, die wegen ihrer symbolischen Gestalt vom Bewußtsein nicht verstanden wird?” 
“Die Reaktion des Unbewußten ist eine Naturerscheinung, die sich nicht wohlwollend oder richtend um den persönlichen Menschen kümmert, sondern ausschließlich von den Bedürfnissen des psychischen Gleichgewichtes reguliert wird.”
Nun muß aber im Zuge dieser Aussagen darauf verwiesen werden, daß eine (sehr detaillierte) außerdimensionale Erlebnisebene, wie sie später erst von Budd Hopkins und dann vor allem von John E. Mack durch die Befragung von Probanden unter Hypnose eruierbar wurde,  in keiner Art dazu angetan ist, den  Betroffenen in ein seelisches Gleichgewicht zu versetzen, sondern das Erlebte ganz im Gegenteil eine invasive, oft erschütternde Begebenheit im Sinne einer Erfahrung mit überlegenen, außerraumzeitlichen Entitäten zum Vorschein bringt, die (bei Bewußtwerdung) oftmals zur psychischen Krise gereicht und die vorher schon latent eine  erschwerte, unbewußte und tendenziell dissoziative Disposition hergestellt hat, die also nicht angetan ist, Ängste zu kompensieren, sondern diese vielmehr generiert, und dabei gleichzeitig derart spezifisch ausfällt, daß hier alleine daher der Verweis auf einen symbolischen oder archetypisch –  kollektiven Gehalt nicht zum Ziel führt. Vielmehr deutet die Vergleichbarkeit des Erlebten  in diesem Kontext dann auf eine Evidenz für eine Tatsächlichkeit, auf eine  echte Existenz der -noch so exotischen – erlebten Sphäre hin. Doch mag man andererseits Jung ein Stück entgegenkommen, indem man folgendes  Zitat eines Betroffenen heranzieht: “Diese Wesen – sie sind eine Kombination ihres bioenergetischen Aufbaus und unserer Werkzeuge der Wahrnehmung.” Insofern bleibt nämlich die menschliche Erwartung-und hierzu gehört auch sein psychischer Mechanismus-  in konstituierender Weise am Geschehen beteiligt, dies nun allerdings – in Absetzung zu Jungs Erklärung einer aktiven (kompensierenden) Haltung – als reaktiver Moment auf ein Invasives, was wahr ist, was außerhalb uns ist, was tatsächlich als objektiviertes Agens auftritt.  Und so lenkt ein weiterer Proband folgerichtig vom  nur psychischen Gehalt zur prinzipiellen Nüchternheit objektivierter Betrachtung: “Es gibt verschiedene Dimensionen und Welten, die innerhalb anderer Welten existieren. Man muß die Energie beschleunigen, dann kommt man in eine andere Dimension.”

C.G. Jung, Transgressiver Archetypus und Synchronizität

C.G.Jung: “Wie die Erfahrung zeigt, besitzen die Archetypen die Eigenschaft der Transgressivität, d. h. sie manifestieren sich gegebenenfalls so, als ob sie ebensosehr der Gesellschaft als dem Individuum zugehörten; sie sind daher numinos und ansteckend. (Es ist der Ergriffene, der ergreift.) In gewissen, nicht allzu seltenen Fällen veranlaßt die Transgressivität auch sinnvolle Koinzidenzen, d.h. akausale, synchronistische Phänomene.”
Hierin liegt wohl ein relevanter Schlüssel zur Evozierbarkeit synchronistischer Ereignisse: Die Annäherung an den Archetypus, (die Findung), als fortwährende Abstraktion vom Weltlichen als äußerster Explikation des im originär Eidetischen und insofern Nicht-Wesentlichen ergreift die (transpersonale) Tiefenschicht des (Jung’schen) Selbst, das sich  auch als ‘Weltseele’ übersetzen läßt und bewirkt dort einen Anstoß, der seinerseits auf potentiell zur Entäußerung bereite Aspekte (des gleichen Kontinuums) einwirkt, die sich nun als raumzeitlich Wahrgenommenes  (also als Objektiviertes) in (vermeintlich) akausaler Koinzidenz zeigen und so als Sychnronizität  zu bezeichnen sind.
Forciert wird dies möglicherweise im schöpferischen Akt des Künstlers, der  in einem quasi-magischen Vollzug   dieses als implizit zu nennende Feld in erhöhtem Maße zu erregen befähig wird.
Oder es bewirkt dies eine allgemeine  Lebenshaltung, der  der Abzug der Unwesentlichkeit aus dem Alltäglichen (im Sinne des Anti – Numinosen), der transformatorische Prozess zu einem eidetischen Sein rundweg zu Eigen ist. Hier ist aber nicht etwa ein isolierter ekstatischer Usus zu vermuten, sondern eine ganze gesamte Wandlung und Ergriffenheit.  Von  jenem Selbstverständnis künden etwa folgende Worte Fichtes: “Du hast die Täuschung eingesehen und kannst, ohne deine bessere Einsicht zu verleugnen, dich nie derselben wieder hingeben.” Und (in sollipsistischer Diktion, die im Verständnis monistischer Umfassung hier und da unvermeidbar wird): “Die Natur, in welcher ich zu handeln habe, ist nicht ein fremdes, ohne Rücksicht auf m ich zustande gebrachtes Wesen, in welches ich nie eindringen könnte. Sie ist durch meine eigenen Denkgesetze gebildet”.  Und vor allem, was an das Jung’sche ‘Ergreifen des Ergriffenen’ rührt: “Ich bin und lebe schon jetzt in der überirdischen Welt, weit wahrer, als in der irdischen.”