Category Archives: Lyrik und Kurzprosa

Inhalt – Lyrik und Kurzprosa

Dein Werk

Dein Werk es sei
mein lieber Sohn
dir Teil der Luft und grün genug
der Seele eigener Thron
und ein Ruf der Weisheit Trieb –
dies kam entlang
am Mutterleib war unser Fang
wie Stücke aus Glut
und sprach die Erde
an dieser Stelle ragt was bleibt
nimm nun allen Mut
und beschreibe was
dir eigen ist
sei also gut
und werde

Die Töne

Am Äther die Töne –
unerklärt  ist ihre Art
falls den Entrückten
dein Gehör war von
Beginn wie bei Saman
aus Wärme Wind und Wolken
zog zart die Gestalt der Worte dahin 
weiter: daß man bald suchte nach einem
Land am All
war vergangen
und wir:
werden gewahr
wie stumm wir doch sind
und wie sehr noch gefangen
am Leben und Klang

Leise kommt

Leise kommt
ein Schein heran
als Sprache –
in den Mund soll
der Hunger daß
der Himmel selbst die Silben umfing
und die Sprüche der Weisen die Rinder
war nicht bekannt
daß man Menschen oder
Falken drängte den Baum
mit Namen Ilja zu befragen nach
dem Sinn
dem Wahren sprach
jemand am Zaun der Welt
vom Arboretum der Ort
der den Göttern gefällt
ein Gebet
so weit sind wir entfernt

Novemberintervall

Senkte nun seinen Kopf zu Boden /ging unerwartet schnell Tag um Tag eine Stufe hinab/ bestellte noch seine Dinge / nun schon wankend /aber bewahrte in allem eine Würde / trank am letzten Tag das Wasser der Sterbenden und reichlich davon/ bekundete ein letztes Mal seine Zuneigung und verschied schon bald / die Grablege fand statt in einem knappen hellen Novemberintervall und als die Erde lastend lag auf seinem Leib da hob ein scharfer Wind und schlug ein Blatt ins Gesicht das es schmerzte und warf dreimal den Topf mit den letzten Blüten von der Stelle / aber im Haus da sah man bald erbetene Zeichen am Licht und Gedanken ob der Schwere werden einst leichter sein als das meiste vom Leben das uns bis hierher getragen hat

Zur Möglichkeit des Seins

Zur Möglichkeit des Seins
sieh  unser Gesicht 
wenn alles fällt /
die Saat die Hand
ist gelb verwelkt
das Gericht der Waffen still
die ganze Luft nun  voll
von Seelen / fahren
im Wind 
durchs Land die
dämonischen Hunde
wie zum Glanz
der hehren Morgen
ist uns  ganz 
der Sinn verstellt
zur eigentlichen Welt
fehlt nur ein Schritt

Nie betrat

Nie betrat die Oberwelt
ein Hund und Pferd
des Hades / doch
rief man drei
mal ihre Namen 
zum Rausch /
Schlangen waren da
und ähnliche
Geburt das alte Dogma
vergangen
wie die Nachhut
der Geister zur Reinigung
mit Pech bekehrt am Haus
der Fluss
trägt ihr Geheimnis 
zum  Tag
an dem wir selbst bangen
um das was uns bleibt

Gottgeliebt Äthiopia

Gottgeliebt Äthiopia
fern im dunklen Westen
hat der Thymos 
mit dem  Seelenfest
das silberne Geschlecht
bedacht
am Nabelstein
sagt Tiresias  Eppich
war mal acht  die Speise der Toten /
und wir an der Kline
der Lar schon im Haus
ein Schoßbild der Mutter
besprochen  zur Nacht
das heißt  die
Ankunft aller Dinge
die weit größer sind
als wir

Entlang den Bändern

Entlang den Bändern war man gefahren über Land den Bergen und Kränen und den tausend Gründen entkommen und neuerdings fast zufällig auf Blicke gestossen daß sich an den Fenstern die Allernächsten  im Straßenlicht aufeinander zubeugen würden nur aus der Kraft der Seele durch die heimliche Luft wohl niemand rechnete damit und daß man zuletzt nicht protestierte wegen dem  Ableben einiger daß man das von außen lenkte war verwerflich aber zugleich spricht man daß der Mensch sich überheben soll ganz anders als das Tier und der Geist ohne Physis auszukommen hätte  daß also der Verzicht die Reinigung der Psyche vom Leib erklärt dafür beten wir und doch: sollte sie heute nicht mehr schauen weil es schon spät ist werde ich sie rufen im Schlaf.

Der Weg

Vom Sternbild ferner
Sterblichkeit
kam dann Nikodemus  
und sind die großen Seelen 
klar
und alle Bilder 
wie belebt
am dritten Himmelstier
schaut man die Flur Elysion
noch fehlt die linke Hand zur Vier
und was verherrlicht
war am Abend
soll also blühen bis wir
gehen 
jenen gottgeliebten Weg

Für ein Leben

Der Urgott
sprach den Mut
der Weisheit den
Häusern der Brahmanen  
war die Kunde der Odem
von Norden
wahrlieb gepfercht ans Feuer  –
und jener Disput
sagt geht und baut nun
und seit gut
zum Vieh
vergeht euch nicht
an seinem Blut
denn was ihr seht allein
ist noch nicht rein genug
für ein Sein und ein Leben