Category Archives: Lyrik und Kurzprosa

Inhalt – Lyrik und Kurzprosa

Das Wehe

Es war am Tag der
Blätter
als die Krähen ihre Wege schnitten
in die Luft
und bald den
Schmuck der Väter ließen
und sie riefen
ein Wehe so laut
daß niemand 
in all der Bedrückung
die wie Eisen wirkte
sagen konnte ob
überhaupt  eine  Zukunft
sei
die anderen aber sangen
und sie sangen unentwegt
ich aber hörte sie  nicht mehr

Gefahr

Das Wasser
hat auf der Strecke
die Menschen an den
Rand gezwungen
wo die Gefahr
noch höher war als
am Feld und
die Kiefern brachen
und ein Donnern hub
an von Süd um sechs
und die sonst ohne Schrecken
waren liefen bald
in die Straßen
um im Sturm
ein Haus zu errichten
so wetterschwer
von all den Dekaden

Hinab zum Jahr

Am Baum tagen
die dunstgeblähten Köpfe
die anderen haben
Wind mit Feuer und Hall
gelegt ans Land
daß mir
das Sehen versagte
und die Fremden
versehrten
die Räume von oben
es tanzten des Teufels Chimären
turbulent
den Tod
von den Dächern
in die Gärten
hinab zum Jahr
ist die Bitternis

Geschichte

An der Fassade hinter Glas die Lichter eine Verzerrung der Welt als hätte sich das Sein selber hier sein Versteck bereitet aber doch verräterisch flackernd zur Nacht und erst mit der aufsteigenden Sonne erstirbt zum wirklichen Leben dies Ritual sie brechen nun  auf an den ungezählten Wegen zu ihrer ungezählten Vergessenheit um schließlich zum Abend wiederzukehren in die gleichen Räume die wiederum nur dies Flackern vermitteln fast als wollte man an etwas rütteln was schwer und verschlossen liegt und beängstigt vielleicht wie das eigentliche Leben  das zu vermeiden sei wie ein Keller in den man nicht hiabsteigt da er bedrückt und nur zum Kriechen taugt daß man selbst die Treppe dorthin einhundert mal weggeschlossen hat und gar nichts erwünscht als alles  genau so im Dunkeln zu belassen aber  bemüht ist dies wenigstens zu übertünchen von Außen zumindest durch die Formen und Lichter dieser  fremden Suggestion.

Hier

Hier Monarda
und eine Schicht
Material
von Westen umzäunt
Vieh das sogenannte
Feld
und mit dem
Pigment der kahlen Stürme
malt man uns Zeichen
und was
vom Gelege blieb
an die Winterstirn
zur Stundung unserer Vergehen
sind den Wangen
die neun Jahre aufgesprochen
daß man
zum Aufstieg
ein Haus betrat aus Ton
und brüchig seitdem
das Sein war zum
Hohn der Geister
schreibt man täglich
ein Gebet

Spät

Die Mauern und
Hecken bald
in Weiß getauchte Bäume
offenbaren wer im Traum
nicht überlebte ihre
Äste halten in die Höhe
was wir im Sommer mit Erfolg
verbargen aus Furcht
vor der Antwort
war alles den Feuern übergeben
und bald einem Himmel der gefror –
wir haben den Verlust des Bodens
vermessen und die
Schuld am Schwert beweint
und doch wird die Frucht nun ganz
vertan
der Pflug zerbricht am Lehm
so schwer wird das Land
daß nur die Tiere es erinnern
für die Menschen ist
es spät geworden

Draussen

Draussen
zum Boden
klafft die Regenwunde und
für morgen hat man
das Haus ausgekehrt
kahl an den Zäunen
wird der Blick
und die Wolle den
Ärmsten gestohlen –
mit den Blättern
zur Straße eine Handschrift
aus Nord hat
uns beklagenswert
gezeigt daß
der letzte Sturm und die
Dauer der Entbehrung
niemand an den Fenstern ließ
keiner der in die Ferne schaut
zu Ehren
des sanften Schöpfers
ist dennoch ein Lied in die
Leere und die
Klage der Tiere
entsand zeitig
noch zur Dämmerung

Hinterblieben

Am Dienstag als sie schauten wegen der Bäume und der schwarzen Gräben oder den aufgeweichten Wegen als eine Furcht aufkam wegen der Zeit vor uns und eine Furcht auch wegen den Gefahren vom Haus und die Sorge dazukam wegen der ständigen Regenfälle und der Dominanz der grauen Vögel an den Winterbüschen als man erzählte von der alten Zeit da sie noch über die Dörfer fuhren da sprach man daß jene nicht unschuldig sei am Tod eines Kindes und daß eine Photograpie seines Leichnams später an einem ganz anderen Bett gefunden war und einige hießen dort Martha und Theresa und lebten ungewöhnlich lange galten als widerborstig fluchten schon mal oder spuckten gar wenn man sie ansprach und wenn man dann sagte das hätte nun Gott gesehen weil er alles sähe dann verstummten sie ganz die eine sogar bis sie selber aufgebahrt lag deutlich zufriedener dann als zu Lebzeiten in Erinnerungen schwelgend die Umstehenden aber vor allem hinterblieben in einiger Ratlosigkeit

Nach dem Herbst

Es war am
ersten Baum der
Rost der Blüher jetzt
nach dem Herbst
daß man den Nüssen nach
im Glas der Zeit bemaß
wie um die anderen zu
fürchten sei
ob sie noch
im nächsten Jahr
bestehen wie die
besten oder vergehen müssen
wie Pluteus
und Anthurium
oder die Arten
am grünen Saum
wo andere die
Toten trugen in die Mauern
wo sie lagen mit Engeln –
habt ihr gehört von diesem Lied
wegen der Frucht
der Weiber
sind wir
in diese Zeit gefallen

Gemisch der Jahre

Umgeben von Häusern
nach dem Tode Anees
fand ich das Serum
gegen die Stadt
als ein Gemisch der Jahre
und der Zeit auf dem Berg –
das Metallische
in den Liedern
der Ahnen war
verklungen an den Tannen
wie dünner Rauch der nun vom Dezember
bis zum Grund
seine Hand den Schleiern reicht
die über den Mühlen
und Katzen und
Gräbern der einfachen Leute sind
so daß wir uns trafen
unbemerkt zum Klang
für ein neues Gebet