Category Archives: Lyrik und Kurzprosa

Inhalt – Lyrik und Kurzprosa

Spätherbst

Kein Sinn kann jene
Armut offenbaren
ist darin den Fliegen wohl gemein
und den guten Werken
daß wir obendrein
tranken dreifach
vom Wasser
der Mäuse  –
flüchten und fluchen und
taumeln an den Lichtern
um rein und besser
den Gesichtern
zu erscheinen noch eine Tasse dazu
vom Lab mit allen Tränen
dieser  Welt –
und
die lange trotzten
waren endlich gefällt
und am Grab lag alles Leben
und Erbarmen

Zum Werk

Zum Werk das
sei geheim ein Gesicht
zum Sterben aber
nur ist ein Fisch
oder Vogel
das Organ der Erde
wie Scherben
zu entnehmen
ist nach hundert Jahren neu
und gibt sich selbst
als Opfer dar am Tisch
dann behandle die Spreu
mit bloßen Händen
und verstehe
und werde
und teile nur mit Toten
noch die Freude

Besprochen

auf dem Götterpfadt
der anfangs- wie endlos ist
daß ich erwog die Nahrung
die unsichtbare Kraft
und Wahrheit
ewg’er Spiegel
schafft neue
Vielheit –
Finsternis und Tod geschah
mitunter schnell
aber Rigel scheint
so hell dazu daß bei
Mond ein Tiegel mit Worten
die Entlohnung reifen
läßt noch spät
zu diesem Jahr besprochen
in einem
Geistergedicht

Im Dezember

Sah und hörte Zeichen im Dezember suchte nach der Verursachung die aber vorerst nur Ahnung blieb/ löschte alle Lichter um den Menschen die eigentliche Dunkelheit des Monats zu betonen/ bewahrte das Haar vom Kater machte ihm und sich selbst im Wechsel Vorhaltungen am Grab/ versorgte die Vögel mit allem nötigen und stieg dann zurück ins Haus mit Holz/ der Sommerstaub noch auf den Fenstern geblieben die Kamine aber frisch gekehrt daß man nun zum Winter in ihren Klappen mit Spiegeln die Sterne schauen konnte  und später einen warmen Kern erzeugte vor Zuversicht/ und Rauch schuf und Kerzen betrieb zu Ehren derer die schon vorgegangen waren

Dein Werk

Dein Werk es sei
mein lieber Sohn
dir Teil der Luft und grün genug
der Seele eigener Thron
und ein Ruf der Weisheit Trieb –
dies kam entlang
am Mutterleib war unser Fang
wie Stücke aus Glut
und sprach die Erde
an dieser Stelle ragt was bleibt
nimm nun allen Mut
und beschreibe was
dir eigen ist
sei also gut
und werde

Die Töne

Am Äther die Töne –
unerklärt  ist ihre Art
falls den Entrückten
dein Gehör war von
Beginn wie bei Saman
aus Wärme Wind und Wolken
zog zart die Gestalt der Worte dahin 
weiter: daß man bald suchte nach einem
Land am All
war vergangen
und wir:
werden gewahr
wie stumm wir doch sind
und wie sehr noch gefangen
am Leben und Klang

Leise kommt

Leise kommt
ein Schein heran
als Sprache –
in den Mund soll
der Hunger daß
der Himmel selbst die Silben umfing
und die Sprüche der Weisen die Rinder
war nicht bekannt
daß man Menschen oder
Falken drängte den Baum
mit Namen Ilja zu befragen nach
dem Sinn
dem Wahren sprach
jemand am Zaun der Welt
vom Arboretum der Ort
der den Göttern gefällt
ein Gebet
so weit sind wir entfernt

Novemberintervall

Senkte nun seinen Kopf zu Boden /ging unerwartet schnell Tag um Tag eine Stufe hinab/ bestellte noch seine Dinge / nun schon wankend /aber bewahrte in allem eine Würde / trank am letzten Tag das Wasser der Sterbenden und reichlich davon/ bekundete ein letztes Mal seine Zuneigung und verschied schon bald / die Grablege fand statt in einem knappen hellen Novemberintervall und als die Erde lastend lag auf seinem Leib da hob ein scharfer Wind und schlug ein Blatt ins Gesicht das es schmerzte und warf dreimal den Topf mit den letzten Blüten von der Stelle / aber im Haus da sah man bald erbetene Zeichen am Licht und Gedanken ob der Schwere werden einst leichter sein als das meiste vom Leben das uns bis hierher getragen hat

Zur Möglichkeit des Seins

Zur Möglichkeit des Seins
sieh  unser Gesicht 
wenn alles fällt /
die Saat die Hand
ist gelb verwelkt
das Gericht der Waffen still
die ganze Luft nun  voll
von Seelen / fahren
im Wind 
durchs Land die
dämonischen Hunde
wie zum Glanz
der hehren Morgen
ist uns  ganz 
der Sinn verstellt
zur eigentlichen Welt
fehlt nur ein Schritt

Nie betrat

Nie betrat die Oberwelt
ein Hund und Pferd
des Hades / doch
rief man drei
mal ihre Namen 
zum Rausch /
Schlangen waren da
und ähnliche
Geburt das alte Dogma
vergangen
wie die Nachhut
der Geister zur Reinigung
mit Pech bekehrt am Haus
der Fluss
trägt ihr Geheimnis 
zum  Tag
an dem wir selbst bangen
um das was uns bleibt