Walter Russell: “Die Ursache von Bewegung ist nicht Bewegung. Bewegung ist Wirkung einer Ursache, und nur Wirkungen sind wandelbar und unterteilbar. Wirkungen entspringen aus der Ursache in Paaren entgegengesetzter Wirkungen – wie männlich und weiblich, heiß und kalt, Kompression und Expansion oder positiv und negativ. Diese Wirkungen sind Wellenhebel sich wandelnder Bewegung, die um ihre unwandelbaren Angelpunkte schwingen.
Der universale Angelpunkt der Schöpfung kann nicht unterteilt werden, aber er kann zu Paaren von entgegengesetzten, unausgewogenen Wirkungen erweitert werden, die ihre Unausgewogenheiten ineinander aufheben. Der Angelpunkt der Ursache ist jedoch so unteilbar, wie er unwandelbar ist.”
C.G. Jung: “Das Erkennen des Geistes bedeutet Selbstbefreiung. Vom psychologischen Gesichtspunkt heißt dies: je mehr Gewicht wir den unbewußten Prozessen zumessen, umso mehr lösen wir uns von der Welt der Begehrlichkeit und der getrennten Gegensätze, und umso mehr nähern wir uns dem Zustand der Unbewußtheit, der durch Einheit, Unbestimmbarkeit und Zeitlosigkeit charakterisiert ist. Das ist wahrlich eine Befreiung des Selbst aus seiner Verstrickung in Leiden und Kämpfe. ‘Durch diese Methode wird der eigene Geist verstanden.'” (C.G. Jung, Kommentar zu: Das tibetische Totenbuch)
Der eigene Geist wird aber nicht unbewußt etwa in dem Sinne einer umgangssprachlichen oder negativen Konnotation, sondern vielmehr ist hier gemeint, daß das tiefste und konzentrierteste Wesen des Menschen schon jeher abseits seiner weltlichen dialektischen Entfaltung residiert. Dieser Zustand ist wahrlich wahrer und zugleich dynamischer als der einer Selbstdefinition und Explikation in Gegensätzen. Gelingt es, diese hohe Dynamik in sich zu mehren und zu halten, lebt der Mensch in seiner innersten unabänderlichen Kraft, die ihn zugleich weit über seine ansichtige Veräußerung (als Mensch) erhebt. Er wird hier ganz feinstoffliches Dasein, ganz Geist; insofern scheint er nicht länger individuiert als sein Ego, das eben auf ‘lebensvoller’ Dialektik (rajas) basierend erst sein ansichtiges – kleines – Leben erzeugt. Vielmehr ist er wesenhaft Präposition zu dieser Veräußerung und übernimmt hierin ein kollektivierendes Sein, das dann aller Entäußerung entbehrend Ursächlichkeit und eigentliches Sein meint – in tiefstem Bewußtsein seiner eigenen unendlichen Kraft und Macht.