Integrität

Don Juan Matus: “Das Selbstvertrauen des Kriegers ist nicht das Selbstvertrauen des Durchschnittsmenschen. Der Durchschnittsmensch strebt nach Bestätigung in den Augen des außenstehenden Betrachters und nennt dies Selbstvertrauen. Der Krieger strebt nach Makellosigkeit in seinen eigenen Augen und nennt dies Bescheidenheit. Der Durchschnittsmensch ist auf seine Mitmenschen angewiesen, während der Krieger nur auf sich selbst angewiesen ist.”

Schopenhauer: “Je deutlicher einer sich der Hinfälligkeit, Nichtigkeit und traumartigen Beschaffenheit aller Dinge bewußt wird, desto deutlicher wird er sich auch der Ewigkeit seines eigenen internen Wesens bewußt, weil doch eigentlich nur im Gegensatz zu diesem jene Beschaffenheit der Dinge erkannt wird.”

“Aus meinem Anfangssatz ‘Die Welt ist meine Vorstellung’ folgt zunächst: ‘Erst bin ich und dann die Welt.’ Dies sollte man wohl festhalten als Antidoton gegen Verwechselung des Todes mit Vernichtung. Jeder denke, daß sein innerster Kern etwas ist, das die Gegenwart enthält und mit sich herumträgt. Wann immer wir auch leben mögen, stehts stehn wir mit unserm Bewußtsein im zentro der Zeit, nie an ihren Endpunkten und könnten daraus abnehmen, daß jeder den unbeweglichen Mittelpunkt der ganzen unendlichen Zeit in sich selbst trägt.”

Makellosigkeit: Das heißt, der Mensch soll nach sinnhafter Verbindung all dessen streben, was in seinem Seinsradius vorliegt und geschieht. Diese Integrität erst ermöglicht ihm einst die Konzentration zu einem Sein, das über jeder Bildhaftigkeit und ihren Intentionen dazu steht, welche auch immer mit Überwindung von Distraktion zu tun haben. ‘Der Krieger’ braucht einst kein Außen, um sich zu reflektieren (sic!). Er ist.
Zu Lebzeiten: Er lebt durchaus immerfort in diesem Gestus, auch wenn sich das Außen nicht vermeiden läßt.