Für Mircea Eliade: “Das Heilige ist demnach dadurch bestimmt, daß es sich zugleich zeigt und verbirgt. Die Möglichkeit dieser dialektischen Bestimmung beruht auf Eliades Entgegensetzung des Heiligen und Profanen, deren Berührung er als ‘Hierophanie’ bezeichnet.”
“(Hierophanie (von griech. hierós „heilig“ und phainein „erscheinen“) bezeichnet das Aufscheinen oder die Manifestation des Heiligen innerhalb des Profanen. Der Begriff wurde maßgeblich von Mircea Eliade geprägt und beschreibt, wie ein Gegenstand, Ort oder Ereignis durch die Offenbarung einer transzendenten Realität zur heiligen Erfahrung wird.
Kernpunkte der Hierophanie:
Grundkonzept: Das Heilige offenbart sich in einer profanen Welt, ohne jedoch vollständig in ihr aufzugehen.
Beispiele: Orte (ein heiliger Baum, ein Tempel), Gegenstände (ein Kultbild) oder Ereignisse können zu Hierophanien werden, indem sie eine Grenze zwischen dem Heiligen und dem Profanen überbrücken.
Wirkung: Für den Gläubigen verwandelt sich ein Objekt (z. B. ein Stein) durch die Hierophanie in etwas Heiliges, bleibt aber dennoch in seiner materiellen Beschaffenheit ein Stein.
Abgrenzung: Im Gegensatz zur Theophanie, die spezifisch die Erscheinung Gottes bezeichnet, ist die Hierophanie weiter gefasst und umfasst jegliche Manifestation des Heiligen.” (Google-KI)
“Einen Beitrag zur Phänomenologie des Heiligen hat auch William James in seiner religionspsychologischen Studie The varities of religious experience geleistet. James… fundiert die Religion ebenfalls in religiösen Erfahrungen, deren Vielfalt er anhand von autobiographischen Zeugnissen analysiert. Sie habe ‘ihre Wurzel und ihr Zentrum in ‘mystischen Bewußtseinszuständen’, die James bei aller Differenz in einer gewissen Nähe zu Schleiermachers ‘Sinn fürs Unendliche’ und Ottos sensus numinis als unaussprechbare, flüchtige und ergreifende Erkenntniszustände qualifiziert. James interessiert sich für die Bedeutung, die solchen Bewußtseinszuständen für die subjektive Authentifizierung existentiell relevanter Sinnorientierungen zukommt. Wo sie gelingt, nämlich zu der Gewissheit der Existenz und Wirksamkeit einer vollkommenen Macht und einem dieser Gewißheit entsprechenden Lebenswandel führt, der sich durch verschiedene ‘Früchte des spirituellen Baumes’ wie Askese, Seelenstärke, Reinheit und Nächstenliebe bewährt, spricht James auch von der ‘Heiligkeit’ des Charakters.” (Magnus Schlette)
Volkmann-Schluck über den Neuplatonismus: “Was die Natur zu einer solchen macht, das sind die Logoi, die Gestaltungsformen der schaffenden Seele, welche die Naturgestalten in das Dasein treibt und als deren individuierte Eide die Natur ist. Ist nun das Wesen der Seele von den als schaffende Naturkraft wirkenden Formkräften verschieden? ‘Nein, sie ist auch Logos und der Inbegriff der Logoi; und sie sind ihre Wirksamkeit, die sie ihrem Wesen gemäß übt.’ (Plotin) Das Wesen der Seele ist selbst vom Charakter dieser Gestaltungsformen, die Äußerungen ihrer Selbstbetätigung sind. Sie ist die Potenz der Formkräfte, nicht als sich besonderndes Allgemeines, sondern als dynamische Einheit, welche die Möglichkeit einer Mannigfaltigkeit von Wirkungen und Tätigkeitsrichtungen in sich trägt.”
So kann man auch sagen:
Die ‘profane’ Welt ist die Welt, in der die Seele sich nicht ausreichend in ihrer Verbindung zur Entäußerung (des Inneren in Gegenständlichkeit) erkennt. Die Hierophanie bietet nun offenbar die Ansicht und Möglichkeit, auch das (vermeintlich) Profane als Derivat xter Ordnung des Seelischen zu begreifen. Ein Gott kann hier indes nichts bewirken, da er diese ontische Ordnung der Teilhabe unterminieren muß, denn der Glaube an ihn meint kein Tätigsein, keinen Vollzug zu den ‘Dinglichungen’; aber nur in der Entsachlichung der Dinglichkeit zum Über-Dinglichen- dies indes durch die Dinge hindurch als selbstgeschaffene, dem Seelenstand gemäße Versachlichung, nun also in der Hinwendung zum Eigensein des Einen in Allem (zum Einem), also im wirkenden Subjekt selbst (oder: durch Objektivierung des Subjektes, der Subjekte zum letzten Subjekt selbst), kann nämlich tatsächliche transzendente Realität als Wirklichkeit erst werden.