Metaphysik, ganze Physik

Über Habermas Thomas M. Schmidt: “Nach diesem klassischen metaphysischen Verständnis ist Bios Theoretikos, ein der kontemplativen Schau gewidmetes Leben, jeder anderen Tätigkeit vorzuziehen. Während im Handeln vergängliche Dinge auf eine vorläufige Weise geregelt werden, widmet sich die Kontemplation der Schau des Ewigen und Wahren. Daher ist Metaphysik eine Haltung, die sich mit den Erlösungswegen der Weltreligionen vergleichen läßt. Sie tritt je nach Konstellation in Konkurrenz zu den religiösen Heilslehren oder geht Verbindungen mit ihnen ein.”

Metaphysik aber definiere ich nicht als eine Verständnisform, nicht als Angelegenheit des Glaubens, sondern letztlich als ganze (Aufgabenstellung der) Physik, Physik eben auch des bis dato Unbekannten und Unerklärbaren, daher mehr nur als Annahme, eher als Dynamik des inneren und unweigerlichen menschlichen Impetus zum wahren Sachverhalt aller seiner Bestimmung.
Kontemplative Schau meint indes gerade auch physikalische, energetische Hebung. Und Schau beinhaltet auch Lernprozesse, die sich ganz der höheren Natur im Gegenwärtigen widmen. Es muß verstanden werden, daß gerade Rationalität, Evidenzcharakter und Wissenschaftlichkeit nicht gegen die Metaphysik stehen, sondern im Gegenteil als Aspekte der Findung als in sie eingefaltet betrachten werden sollten.

Erwin Schrödinger sagt als Wissenschaftler:

“Darum ist dieses dein Leben, das du lebst, auch nicht ein Stück nur des Weltgeschehens, sondern in einem bestimmten Sinn das ganze. Nur ist dieses Ganze nicht so beschaffen, daß es sich mit einem Blick überschauen lässt. – Das ist es bekanntlich, was die Brahmanen ausdrücken mit der heiligen, mystischen und doch eigentlich so einfachen und klaren Formel Tat twam asi (das bist du).”

“Die Welt wird mir nur einmal gegeben und nicht einmal als Existierend und einmal als Wahrgenommen. Subjekt und Objekt sind eins.”

“Der Grund dafür, daß unser fühlendes wahrnehmendes und denkendes Ich in unserem naturwissenschaftlichen Weltbild nirgends auftritt, kann leicht in fünf Worten ausgedrückt werden: Es ist selbst dieses Weltbild. Es ist mit dem Ganzen identisch und kann deshalb nicht als ein Teil darin enthalten sein.”

“Die wahrgenommene Vielheit ist nur Schein, sie besteht in Wirklichkeit gar nicht.
Die Philosophie des Vedânta hat dieses ihr Grunddogma durch manches Gleichnis zu verdeutlichen gesucht, wovon eines der ansprechendsten das vom Kristall ist, der von einem einmal vorkommenden Gegenstand Hunderte von kleinen Abbildern zeigt, ohne daß doch der Gegenstand dadurch vervielfacht würde.”