Walter Russell: “Unsere Sinne haben keine Möglichkeit, die Illusionen der Bewegung zu erkennen. Sie zeichnen diese Illusion nur auf wie ein fotografisches Negativ. Die Sinne haben kein Gewahrsein der natürlichen Tatsache, daß alle Dinge, die geschehen, gleichzeitig ‘ungeschehen’, als ob alle sich bewegenden Dinge in einen Spiegel gehen, in dem ihr Spiegelbild durch sie hindurch und in die andere Richtung geht.
Solche Tatsachen des unsichtbaren Universums können nicht mit Sinnen wahrgenommen werden; sie können nur vom Geist gewußt werden.
Unsere Sinne können überhaupt nichts wissen. Sie sind nur elektrische Wellen aus gegenläufigem Licht und können nur fühlen. Aber der Geist kann alles wissen, was außerhalb des Wahrnehmungsbereiches liegt. Unser Wissen vervollständigt den Teilbereich zum vollständigen Kreislauf, von dem uns unsere Sinne nur so wenig aufzeichnen können.”
Dieser Gedanke sagt, daß Weltwerdung Ansichtigkeit ist, die prinzipiell auf einer energetisch-physikalischen Oszillation beruht, die eben nur einseitig erkannt wird, die aber erst daher physische stabile Welt in den Sinnen und für die Sinne generiert. Die Gegenbewegung, die Negation, der Ausgleich bleibt indessen den Sinnen ganz verborgen, und somit auch das tiefere Wesen der Welt als gegenläufige Bewegtheit, dies rein physikalisch wie auch metaphorisch betrachtet, dies als Prinzip des Kontingenten oder Immateriellen. Könnten wir sehen im tieferen Sinne, dann würden wir jene eigentliche Grundstruktur des Daseins erkennen und ihrer ansichtig werden in ihrer ‘fluiden’, leuchtenden – und hier ist Russell zuzustimmen – Form als elektrisches Phänomen zur weltansichtigen Reduktion. (Phänomen ist definiert als eine mit den Sinnen wahrnehmbare, abgrenzbare Einheit des Erlebens)
Don Juan Matus sagt bei Carlos Castaneda:
“Unsere Sinne sind zu allem fähig.”
“Ich glaube, unsere Sinne können alles aufnehmen, was uns umgibt.” “Die Seher sind der Meinung, daß wir erst einen winzigen Teil von uns selbst erschlossen haben.”
“Die erste Wahrheit über das Bewußtsein lautet, daß die Welt dort draußen nicht wirklich das ist, wofür wir sie halten. Wir halten sie für eine Welt der Gegenstände, und das ist sie nicht.”
“Energiefelder kann man nicht beobachten. Jedenfalls nicht als Durchschnittsmensch. Könntest du sie sehen, dann wärst du ein Seher, und in diesem Fall könntest du die Wahrheiten über das Bewußtsein erklären.”
“Die erste Wahrheit lautet, daß die Welt das ist, was sie zu sein scheint, und es doch nicht ist. Sie ist nicht so fest und so wirklich, wie unsere Wahrnehmung uns glauben macht. Aber sie ist auch keine Fata Morgana. Die Welt ist keine Illusion, wie man immer sagt. Sie ist einerseits real und andererseits irreal. Beachte dies gut, denn man muß es verstehen, nicht nur einfach akzeptieren. Wir nehmen wahr. Dies ist ein festes Faktum. Aber was wir wahrnehmen, ist kein solches Faktum, denn wir lernen, was wir wahrnehmen sollen.”
“Unsere Sinne nehmen wahr, wie sie es tun, weil die besondere Beschaffenheit unseres Bewußtseins sie zwingt, so wahrzunehmen.”
“Die Seher sagen, nur das Bewußtsein ist der Grund, warum wir annehmen, dort draußen sei eine Welt von Gegenständen. In Wirklichkeit sind dort draußen die Emanationen (des Adlers [ = des Einen]) – fließend, stets in Bewegung, doch unwandelbar, ewig.”
Man kann auch anfügen: Wahr ist die Welt, die wir sehen, weil sie ein Teil der Wahrheit, der wahren Welt ist. Und unwahr ist sie insofern, weil wir meinen, sie wäre die ganze Welt. Dabei ist ihr Allermeistes- und dies meint ihre ganze physikalische Art und Grundlegung, unseren Alltags-Sinnen zutiefst verborgen.