Walter Russell: “Unser Universum besteht aus Gedankenwellen. Jeder Gedanke, jede Idee wird durch Bewegungswellen in Form ausgedrückt, die sich in das Universum hinein vervielfachen, indem sie jene Form wiederholen. Stellen Sie sich eine Wasserwelle vor. Wenn Sie einen Stein ins Wasser werfen, rufen Sie eine Wellenform hervor, die das exakte Maß der potenziellen Energie darstellt, die benutzt wurde, um die Ruhe des glatten Wassers zu unterteilen. Diese eine Welle gehört nicht nur Ihnen allein – sie ist universal – also wiederholt sich diese Welle durch den gesamten Körper des Wassers.
Die vielen Wellen sind Erweiterungen der einen. Jede Welle ist ein Hebel, der um einen Angelpunkt oszilliert. Überall in einem Wasserkörper ist ein stiller Angelpunkt, auf dem ein Wellenhebel schwingen kann. Jeder Angelpunkt der Ruhe entspricht der Seele, die Gott überallhin erweitert, um jede Wiederholung Seines Denkens zu zentrieren. Da es nur eine allgegenwärtige Seele gibt, hat jeder diesselbe All-Seele, aber jeder trägt ein anderes Verlangen in seiner ihn zentrierenden All-Seele. “
In der Sinnenwelt drohte nun demgemäß Auslöschung der Konkretion durch Zentrierung. Ist aber die Sinnenwelt Ausdruck des Göttlichen, ist man Gott ja gerade besonders nah in seinem Werk. Und dies ist dann prinzipiell tantrisch gedacht.
“Tantra ist eine vielschichtige spirituelle Tradition aus Indien, die den Körper und die Sinneswelt als Weg zur Erleuchtung sieht, anstatt sie zu verneinen; es nutzt Rituale, Mantras, Yantras und die Erweckung der Kundalini-Energie, um die Vereinigung mit dem Göttlichen (Shiva/Shakti) zu erreichen, und bildet die Grundlage für viele moderne Yoga-Praktiken wie das Hatha-Yoga, das sich auf Asanas und Pranayama konzentriert. (Yogawiki)
“Der Tantrismus ist eine Erkenntnislehre, die auf der Untrennbarkeit des Relativen und des Absoluten basiert. Der Tantrismus betont die Identität von absoluter und phänomenaler Welt. Das Ziel des Tantrismus ist die Einswerdung mit dem Absoluten und das Erkennen der höchsten Wirklichkeit. Da angenommen wird, dass diese Wirklichkeit energetischer Natur ist und Mikrokosmos und Makrokosmos verwoben sind, führt der Tantrismus äußere Handlungen als Spiegel innerpsychischer Zustände aus. Da Geist und Materie als nicht vollständig geschieden angesehen werden, ist der hinduistische Tantrismus diesseitsbejahend und benutzt psycho-experimentelle Techniken der Selbstverwirklichung und Erfahrung der Welt und des Lebens, deren Elemente als positive Dimensionen erfahren werden sollen, in denen sich das Absolute offenbart. Tantra stellt sich also hauptsächlich als spiritueller und mystischer Weg dar, der auf metaphysischen Annahmen beruht.” (wikipedia)
Die Bindung des Geistes an die Form, die Durchwirkung und Schaffung der Form durch Geist, die allumfassende Einheit der verschiedenen ontischen Stufen als emanierend aus einem Ganzen, dies trifft sich hier durchaus gut mit Russells Ansicht.