Bestimmung des Geschlechts

Walter Russell: “Der alte Welt-Gedanke richtete sich im Kern auf materielles Wohlergehen für das eigene Selbst – persönlich, regional und national. In seinem Mittelpunkt stand Trennung statt Einheit. Freundschaft, Loyalität und Vaterlandsliebe waren auf nationale Grenzen beschränkt. Jenseits dieser Grenzen wohnte der potentielle Feind, vor dem wir Angst haben und vor dem wir uns angemessen schützen mußten. Nationalismus geht in einem Internationalismus auf, der sich bald zu einer Nation der ‘Einen Welt’ weiterentwickeln wird. Dies ist ein Schritt vorwärts auf dem Wege des Verschmelzens von Individualität zu Universalität.
Der alte Welt-Gedanke sicherte nationale Freiheit, Frieden und Glück auf der Basis von Pulverfässern und Atombomben. Er wurde gequält von Ängsten, genährt von Haßgefühlen und gewährleistet durch die Kraft der Stärke.
Der neue Welt-Gedanke sichert eine furchtlose Freiheit, Frieden und Glück, genährt von Liebe und gewährleistet durch die Kraft der Gerechtigkeit.”

Kant sagt : “So wäre es also die Natur selbst, welche die vollständige Vereinigung des Menschengeschlechts in einem mit den Forderungen des kategorischen Imperativs verträglichen Staat bezweckte.”

Fichte sagt: “Es ist die Bestimmung unsers Geschlechts, sich zu einem einzigen, in allen seinen Teilen durchgängig mit sich selbst bekannten und allenthalben auf die gleiche Weise ausgebildeten Körper zu vereinigen.”

Die Einlösung dieser Proklamationen aber ist noch utopisch weit. Der Menschen sind Aber-Milliarden, und es kann nicht gelingen, sie durch ‘die Wenigen’ anzuleiten, sie unter ein ‘gutes Joch’ zu nehmen, da dieses nicht ausreichend als solches erkannt oder verstanden würde, zumal die innere Distraktion der Menschen dies Joch im Handumdrehen korrumpieren müßte. Nur ein einziger guter Mensch, so schwer er zu finden ist, so leicht ist es mit einem schlechten, und nur ein einzelner schlechter -von Milliarden – verdirbt die Option zum Gelingen und wirkt hin zur mannigfachen Verwerfung und ihrer sich multiplizierenden Kausalität, daß schließlich eine gesamte Sozietät keine Befähigung, keine Reife zum Guten aufweisen könnte.
Myriaden später käme es erst dann zur Welt-Sozietät, wenn sie aus Individuen bestünde, die sich aus sich heraus zum durchweg Guten zusammenfinden könnten, nun längst ohne Konzepte und Dogmen der Ausschließlichkeit, vielmehr in Freiheit jedes Einzelnen zum absolut Ethischen unter sehr verwandten geistigen (und spirituellen) Voraussetzungen – in alles verbindender Bekenntnis der Teilhabe am Einen (als innerer Einigung und völligen Erkenntnis).