Innere Kunst

Walter Russell: “Da sie Mich, ihre Ruhequelle in ihrem Inneren, nicht kennen, können sie diese Quelle nicht sein; sie müssen auf ewig um sie kreisen, um zu suchen, was sie nicht finden, solange sie Mich in sich nicht erkennen.
Da sie Mich in sich nicht erkennen, sind sie allein im gesamten Universum; aber wenn sie ihr Selbst als Mich in sich erkennen, sind sie Ich; und dann sind sie, mit Mir zusammen, mein ganzes Universum..”

“Ausgewogenes Denken ist eine Ekstase, die keine Last kennt, keine Müdigkeit und keine Unvollkommenheit.”

Meister Eckhart sagt: “Wenn ein Meister ein Bild macht aus Holz oder Stein, so trägt er das Bild nicht in das Holz hinein, sondern er schnitzt die Späne ab, die das Bild verborgen und verdeckt hatten; er gibt dem Holze nichts, sondern er benimmt und gräbt ihm die Decke ab und nimmt den Rost weg, und dann erglänzt, was darunter verborgen lag.”

Somit: Ich bin in meinem Inneren Das. Ich gelange insoweit aber nicht dorthin, wie ich an meinem Selbstsein gehindert bin durch unzählige Erfordernisse, Kausalitäten, Verflechtungen, Einwirkungen und Konditionierungen. In der künstlerischen Betätigung aber kann ich (idealiter) diese alle lassen, und das Eigene, Unvoreingenommene, die vor-weltliche Möglichkeit ganz ins Auge fassen und nun diese Korrelate zum Einzigen, zum Transzendenten in die praktische, sichtbare Verwirklichung bringen. Dieser Weg hin zur Quelle beschreibt indes einen unnennbaren Konfigurationsraum, die noussphärische Vielheit. Entsprechend groß, tief, phantastisch, dynamisch, fern … zeigt sie ihr unendliches Wesen. Aus all diesem soll die Kunst künden und weiterhin soll sie eine Sehnsucht kennen und durchscheinen lassen – zu einem zum Ziel hin gesetzten Wunsch, zu einem Ziel, das (schmerzlich) geahnt und entbehrt wird.