Franz von Kutschera: “Nach dem erkenntnistheoretischen Idealismus könnnen wir nicht erkennen, wie die Dinge an sich beschaffen sind, welche instrinsischen Eigenschaften sie haben. Dasselbe ergibt sich aber auch ohne Umweg über den erkenntnistheoretischen Idealismus direkt aus dem sekundären Charakter aller empirischen Eigenschaften. Ist nun die Welt an sich unerkennbar, so ist es nur konsequent, die Annahme einer Welt an sich überhaupt aufzugeben, wie Berkeley das getan hatte. Er vertrat damit einen ontologischen Idealismus, für den alles Wirkliche geistiger Natur ist. Eine solche Konsquenz erschien den Kant-Kritikern als notwendig, insbesondere auch Fichte. Das ‘Ding an sich’ hat bei Kant nur die Ursache unserer Sinnesempfindungen. Kant hatte aber auch betont, daß sich die Kategorie der Kausalität nur im Bereich der Erscheinungen anwenden läßt. Seit der Kritik an den psychophysischen Wechselwirkungen bei Descartes war man zudem überzeugt, Nichtgeistiges könne nicht auf Geistiges einwirken. Das Ding an sich müßte also, wie bei Berkeley, selbst geistiger Natur sein. Auch das sprach für einen ontologischen Idealismus.”
An dieser Stelle C.G. Jung: “Die Flüchtigkeit, Willkürlichkeit, Dunstigkeit und Einmaligkeit, die der Laienverstand stets mit de Vorstellung des Psychischen verbindet, hat nur für das Bewußtsein Geltung, nicht aber für das absolut Unbewußte. Die nicht quantitativ, sondern nur qualitativ zu bestimmenden Wirkungseinheiten des Unbewußten, nämlich die sogenannten Archetypen, haben daher eine Natur, die man nicht mit Sicherheit als psychisch bezeichnen kann.”
Und: “Da Psyche und Materie in einer und derselben Welt enthalten sind, überdies miteinander in ständiger Berührung stehen und schließlich beide auf unanschaulichen transzendentalen Faktoren beruhen, so besteht nicht nur die Möglichkeit, sondern sogar auch eine gewisse Wahrscheinlichkeit, daß Materie und Psyche zwei verschiedene Aspekte einer und derselben Sache sind. Die Synchronizitätsphänomene weisen, wie mir scheint, in diese Richtung, indem ohne kausale Verbindung Nicht-Psychisches sich wie Psychisches et vice versa verhalten kann.”
Wir reden hier das Wort einem integralen Weltbild, denn alles ist Geist, alles ist psychisch, das Materielle aber ist in unserer Vorstellung! “Das Ding an Sich” hat somit vor der Sinnesempfindung zu liegen: Entfernung vom Geist ist nun Brechung zur Materie – als verstetigter Geist. Physische Natur als solche ist hervorgebracht durch eine natura naturans, derer wir selbst anteilig sind; und was hier zur Verwirklichung drängt, muß vor der Physis weltlicher Betrachtung und aller Gegenständlichkeit sein, schließlich ist der Mensch samt seiner Perzeptionsorganik selber innerhalb der hervorgebrachten Natur. Er kann nur in der Überwindung dieses Hervorgebrachtseins, in der Übersteigung dieser Perspektive zu einer (seiner schaffenden!) Eigentlichkeit, zu einem Sein als solchem gelangen, das eben über die tatsächliche Intention zu jedweder Explikation verfügt. Das vorintentionale Ding wird so zu den Logoi, den Gestaltungsformen der schaffenden Seele in eine Beziehung gesetzt, wird zur feinstofflichen ideenhaften Vorstufe, seine Brechung in der Verarbeitung des manas (als Denk- und Fühlorgan) wird zu Welt. Sinnesperzeption und präphysikalisches Wirkfeld (Monade?) im Kontext von (sprachlichen) Gedanken und Gefühl schaffen und verstetigen dabei Erblickbares, und so in diesem Kontext des Tätigseins als Wirklichkeit (sic!) benanntes.