Der Erstgeborene

Upanishad: “Ich bin der Erstgeborene der Wahrheit. Noch vor den Göttern bin ich das Zentrum der Unsterblichkeit.”

Die Wirklichkeit, die allem zugrunde liegt, die saccidananda ist, bin ich selbst. Ich bin die Verbindung, die Einheit, zwischen der Nahrung und dem Verzehrer. Ich bin die Verbindung als der Wahrnehmende und das Objekt der Wahrnehmung. Ich bin das Bewußtsein, welches die Verbindung herstellt zwischen dem Genießenden und dem Gegenstand des Genusses. Ich bin selber der, der die verschiedenen Elemente zusammenbringt.”
Prathamajah – der Erstgeborene, hiranya-garbha.
Ich war sogar eher da als die devas, denn ich bin das Selbst, die Grundlage ihrer Unsterblichkeit. Die endgültige Befreiung der individuellen Intelligenzen besteht darin, daß sie die Einheit mit mir, d.h. mit brahman, verwirklichen. Ich bin die Stütze der Befreiung, wie die Nabe eines Rades.”

Hiranya-garbha: Durchaus eine Bezeichnung für ‘Gott’, aber es kommt dabei auch zum Ausdruck, daß wir als Mensch Teilhaber dieses Organismus sind, daß wir schon zu Beginn der Schöpfung existierten als allererstes Prinzip, als makroskopische Entsprechung der menschlichen Seele.
Angemerkt sei hier auch für den Neuplatonismus nach Plotins Lesart, daß es der Mensch sei, der die Götter erschuf, und daß jene ihn zu fürchten hätten, nicht etwa umgekehrt.

Für die Gnosis:
“In der koptischen Gnosis wird der “erste Mensch” (auch Adam Kadmon genannt) als eine archetypische, himmlische Figur verstanden, die vor der Schöpfung der physischen Welt existierte. Er ist eine Manifestation des göttlichen Prinzips und wird oft mit dem ersten Menschen, Adam, in Verbindung gebracht, aber nicht mit dem irdischen Adam.

In der Gnosis, einer religiösen Strömung, die im hellenistischen Zeitalter entstand, wird der erste Mensch oft als eine besondere Figur betrachtet, die in verschiedenen gnostischen Systemen unterschiedlich dargestellt wird. In einigen Texten wird der erste Mensch als ein Emanationsprodukt der höchsten Gottheit oder als eine Art göttlicher Archetyp angesehen, der in die materielle Welt gefallen ist. ” (Quelle: KI)

Hiranyagarbha (Sanskrit: हिरण्यगर्भ, “goldenes Ei” oder “goldene Gebärmutter”) ist ein Begriff aus der vedischen und hinduistischen Kosmogonie. Er bezeichnet das ursprüngliche, goldene Prinzip, aus dem das Universum hervorgegangen ist. In den Veden wird Hiranyagarbha als Schöpfergott verehrt, der Himmel, Erde und Götter erschaffen hat. Später wird er mit Prajapati, dem Schöpfergott, gleichgesetzt. ” (Quelle: KI)
“In der vom Samkhya geprägten indischen Philosophie gilt das goldene Ei als Produkt des Zusammenwirkens vom geistigen Prinzip Purusha mit dem stofflichen Prinzip Prakriti. In den Upanishaden wird er als makrokosmische Entsprechung der menschlichen Seele zur Seele des Brahma, dem eigentlichen Erschaffer der Welt, umgedeutet. In den Puranas erscheint er als ein Name des Brahma, da dieser aus einem goldenen Ei entstand, beziehungsweise als das kosmische Ei, aus dessen Wasser sich der Urozean bildet. Im Shivaismus gilt Hiranyagarbha als ein Aspekt des Gottes Shiva, der durch das Quirlen des Milchozeans das Entstehen der Welt bewirkt.” (Wikipedia)