Mundaka-Upanishad: “Jyotisam jyotih – das Licht aller Lichter. Das Licht des brahman erleuchtet sogar die Sonne, den Mond, die Sterne und das Feuer, die wiederum alle anderen Dinge erhellen. Das Licht der Sonne etc. ist verursacht durch das Leuchten der Intelligenz des brahman im Innern. Das Licht des atman ist das höchste Licht; es wird nicht erhellt durch das Licht von etwas anderem. Daher ist brahman selbstleuchtend.”
An dieser Stelle ein Verweis auf den (Neu-)Platonismus:
“Die Lichtmetaphysik
als metaphysische Betrachtung des Ursprungs als lichten Grund des Seins, wobei die der sinnlichen Welt entlehnte Licht-Metapher das mit ihr bezeichnete Übersinnliche deshalb angemessen charakterisieren kann, weil der transzendente Grund selbst seinem Wesen nach ‘lichthaft’ ist (Beierwaltes). Im Sonnengleichnis (Politeia 507d-509b) vergleicht Platon die Idee des Guten, den Grund von Wahrheit und Wissen, mit der Sonne. Plotin (Enneade V,5,8) und der Neuplatonismus entfalten diesen Gedanken, indem sie das sinnliche Licht als niedere Emanation des ursprünglichen, geistigen Lichtes auffassen, welches Urgrund von allem ist.” (Spektrum der Wissenschaft)
Die ‘Probanden’ der Nahtod- oder Nachtoderfahrung indes sprechen fast durchweg von einem Licht, dem sie begegnen, nachdem sie durch eine dunkle Phase, etwa wie einen Tunnel gegangen sind. Dies Licht hat Qualitäten: Es ist absolut umfassend, es emaniert etwas, was als bedingungslose Liebe und die Vermittlung totaler Annahme empfunden wird. Weiterhin wird es aber zumeist auch als eine zum Höchstmöglichen gesteigerte Seinsqualität ausgemacht, derer wir – so wird dann ebenfalls erfahren – selber anteilig sind.
So sprechen wir hier von einer Jenseits-Empirie, so ist das Licht also alles andere als einfach Symbol oder Platzhalter, sondern es wurde stets konkret gesehen und vor allem essentiell erfahren, es wird erlebt als absolut existente Entität und hochpräsente Immanenz, die ihrer Art nach nicht wirklich in Worte zu fassen ist. Ein brahmanischer und neuplatonischer Monismus findet in dessen Angesicht zudem Wiederklang im Erleben des Einzelnen.