Konzentration und Klärung

Mundaka-Upanishad: “Strahlend und nahe ist Es. Es bewegt sich in der Höhle (des Herzens), dieses große Seiende, die Stütze von allem. Es ist das Zentrum von allem, was sich bewegt, atmet und blinzelt. Erkennt Dieses als alles, was Form hat (grob) und alles, was formlos (subtil) ist. Es sollte von allen angebetet werden; Es kann durch menschliches Wissen nicht erreicht werden; Es ist das Höchste von allem.”

Erläuterung: “Brahman ist frei von allen Fehlern. Es ist die Stütze von allen, das innerste Selbst von allen, der innere Regent von allen, die einzige unsterbliche Wesenheit.
Erkenne dieses brahman, das außerhalb der Reichweite des Intellekts und der Sinne ist, durch Intuition und unmittelbare spirituelle Erfahrung in tiefer Meditation. Wissen um brahman ist kein intellektuelles Verstehen. Brahman erkennen bedeutet brahman werden. Brahman zu verwirklichen heißt mit brahman zu verschmelzen und eins mit brahman werden. Brahman kann nicht erreicht oder verwirklicht werden durch Menschen, die einen groben und unreinen Geist haben. Aber jene hingebungsvollen Suchenden, welche die vier Mittel – 1. Unterscheidungsvermögen, 2. Verhaftungslosigkeit, 3. sechsfache Tugenden ( Geisteskontrolle, Sinneskontrolle, Zurückziehen der Sinne, Duldsamkeit, Glaube und Freiheit von Ablenkungen) und 4. intensives Verlangen nach Befreiung ihr Eigen nennen und einen reinen und feinen Geist haben und die von ihren spirituellen Lehrern unterwiesen worden sind, werden brahman ganz sicher erreichen. Darüber gibt es keinen Zweifel.”

Eine Konzentration und Klärung innerhalb der Realität der weltlichen Vielheit indes kann ganz lebenspraktisch meinen: Eine Vermeidung der steten Aufnahme äußerer und fremder Intention, und zugleich: Das ständige und unvermeidliche Äußere, das in den Kontext mit dem Eigenen gebracht werden soll um dem Eigen zu dienen zur Entwicklung zu Befreiung und Transzendenz. Wie ist mein Ausdruck, wenn ich mir selber Geltung verschaffe und mir eigenes Gesetz und Vorgabe werde und jede oktroyierte Limitation überwinde? Wie ist der Anblick an der materiellen Welt, der sich aus meinem Innersten und Eigenen veräußert? Und wie etwa steht dies Resultat dann in Korrelation -neuplatonisch besehen- mit den höheren Hypostasen, zu denen wir streben, zum Nous und dem Einen?
Das Persönliche auf dem Weg zum Selbst soll fortwährend subtilen Charakter annehmen, gerade auch aus der Unruhe der Welt und des eigenen Geistes heraus Klärung erstreben und verwirklichen. Hierher gehört gerade auch die geistige wie praktische Art gemäß einer Bestimmung zum Guten. Die Konzentration im Noushaften soll dabei etwas von dessen Dynamik und seinem inneren Streben erfassen und repräsentieren.