Mundaka-Upanishad: “Der purusa ist selbst dieses ganze Universum: er ist karma (Opfer), Askese (Wissen), brahman und das höchste Unsterbliche. Wer dieses als in der Höhle des Herzens verborgen erkennt, zertrennt den Knoten der Unwissenheit sogar schon hier auf der Erde.”
Erläuterung: “Karma – agni-hotra, Opferhandlung; tapas – Askese, Wissen.
All dies ist aus brahman hervorgekommen; daher ist alles brahman. Wer weiß, daß er selbst brahman ist – das Höchste und das Unsterbliche, welches im Herzen aller Lebewesen wohnt – , zerstört die Unwissenheit, erreicht das Wissen um das Selbst und wird unsterblich.
Iha – hier; also während er in dieser Welt lebt, in diesem Körper, und nicht erst nach dem Tod.”
Wir lesen im Apokryphon von Nag Hammadi den Satz: “Wer die Auferstehung bereits zu Lebzeiten nicht erfährt, der hat nach seinem Tode nichts zu erwarten.”
Kein Erlösungswerk einer äußeren Entität kann uns somit retten, sondern die Welt als Spiegel einer Neigung, die sie hervorbrachte, ist uns anheimgegeben zur eigenen Durchwirkung zum Ganzen und Guten. Somit soll die Welt verbessert werden, was heißt: Sie soll durchschritten, überwunden und beendet sein als unvollständiges Bild vom Subjekt der Wahrnehmung her, das Selbstvergewisserung betreibt zum Selbst hinaus und damit eben alle Welt transzendieren muß. Und wie geschieht dies? Alleine durch Wissen hierum und durch eine Kraft zur Veränderung von all jenem, was diesem Prinzip nicht unterliegen mag; so eben ist entsprechende Seelenentwicklung ermöglicht.
“Es gibt keinen größeren Gewinn als Selbstverwirklichung. Sie ist das höchste Ziel menschlichen Wünschens. Dieser atman kann nicht durch Studium der Veden, durch Intelligenz oder Gelehrsamkeit erreicht werden.”
Selbstverwirklichung ist Überwindung des Eigenen in eine ewige Gegenwart hinein. Der Alltag soll dann resonieren mit einer absoluten Zuversicht, die unweigerlich aus dieser Bestimmung entspringen mag.