Aus der Upanisad: “Was hier ist (sichtbar in der Welt), genau das ist dort (unsichtbar in brahman); und was dort ist, genau das ist hier. Wer hier einen Unterschied sieht (zwischen brahman und der Welt), der geht von Tod zu Tod.”
“Genau wie eine Welle dem Wesen nach nicht verschieden ist von dem Ozean, genau wie ein goldenes Schmuckstück nicht dem Wesen nach verschieden ist vom Gold, so ist auch diese manifeste Welt nicht dem Wesen nach verschieden von brahman. Der Unterschied liegt nur im Namen. Wie eine Schlange in dem liegenden Seil erscheint, so erscheint diese Welt, die aus Name, Form und Handlung (nama, rupa, kriya) besteht, in brahman – durch avidya (Unwissenheit) und maya (Illusion).”
Plotin: “Wenn einer unsere sichtbare Welt bewundert in Anbetracht ihrer Größe und Schönheit und der Ordnung ihres ewigen Umschwungs, und die Götter, die in ihr sind, die einen sichtbar andere auch unsichtbar, und die Dämonen und alle Tiere und Pflanzen, so schreite er empor zu ihrem Urbilde, ihrem wahrhafteren Sein, und sehe wie auch dort oben dies alles vorhanden ist, als geistige Wesen, die aus sich selbst ewig beharren in dem Bewußtsein und dem Leben die ihnen angestammt sind, und als ihr Schutzherr der ‘unvermischte’ Geist , die unermeßliche Weisheit und das Leben dort oben recht eigentlich ein Leben unter Sat-ur-nus als einem Gott welcher Sattheit und Nus (Geist) ist; er umfasst in sich alles Unsterbliche, den ganzen Geist, die ganze Gottheit, die ganze Seele; und zwar als ewig Ruhendes…
So ist sein Denken kein Suchen, sondern ein Haben. Seine Seligkeit ist nicht hinzuerworben, sondern er ist in Ewigkeit alles, ist die wahrhaftie Ewigkeit.
Von ihr ist die Zeit, welche die Seele umkreist, nur ein Abbild.”
Wie ist nun der Unterschied, die Stufung vom Körper (durchaus als Zustand der Defizienz in und durch Illusion) aufzuheben, aufzulösen? Eben dieses Bewußtsein ist zu entwickeln: Das Sinnliche ist nur ein Aufgesetztes, Abgesetztes vom Wirklichen. Es bleibt dabei aber immer Verweis und hat darin zugleich eine eigene (uneigene) Tiefe. Und das Schlechte und Häßliche? Es bezeichnet die Abkehr, ist eben Negativ-Verweis, ist noch Abgesetztes vom Abgesetzten. Dies mag im Dialektischen eine Notwendigkeit bezeichnen, denn hiermit ist ein Auftrag verbunden – zu Korrektur und Hebung – eben (wieder) das Eigentliche zu bewirken, das in seiner Nicht-Verstellung nur Richtigkeit und Schönheit ist.