Zum Purusa

Die Katha-Upanisad sagt: “Jenseits des Großen (mahat) ist das Unmanifeste (avyakta). Jenseits des avyakta ist der purusa. Jenseits des purusa ist nichts – das ist das Ende, das ist das höchste Ziel.
Jenseits sogar von hiranya garbha, der kosmischen Seele, ist avyakta, das Unmanifeste, Dieses avyakta ist subtiler als hiranya garbha. Dies ist der Same aller Welten. So wie der Baum in potentieller Form im Samen existiert, so existiert die Welt in Samenform in avyakta. Die drei gunas sind in avyakta (Zustand des Gleichgewichts). Materie, Energie und Klang sind in avyakta (in einem undifferenzierten, potentiellen Zustand). Im pralaya wird die ganze Welt hinein in avyakta gezogen. Avyakta existiert in para-brahman als Kette und Schuss (Grundgewebe). Es ist der Zustand, in dem die Potentialitäten aller Ursachen und Wirkungen kombiniert sind. Mula-prakrti, pradhana, avyakta, avyakrta, maya sind Synonyme. Jenseits von avyakta ist purusa, der innere atman von allem. Purusa ist das größte und subtilste vastu. Er ist die Ursache aller Ursachen. Er füllt alles. Daher wird er purusa bzw. atman genannt. Er ist das Ende, das höchste Ziel des Lebens, das Summum Bonum. Er ist das Extrem an Feinheit und Größe. Wer diesen purusa erreicht, wird nicht wiedergeboren in diesem samsara. Er erreicht moksa, die endgültige Befreiung.”

Prakriti: Das Weibliche, die Potenz zur Entfaltung, das (vor-)ursächlich Vorhandene, das Passive, das Erduldende.

Purusa: Der Beweger und Formgeber – in seiner Hinwendung zur weltlichen Form.

Nach Schopenhauer sei die Schuld der Welt abzutragen durch den Mann im Tätigsein und durch die Frau im Erdulden.
Impetus und Ingenium sind männlicher Natur – jedoch brauchen sie ein Medium der Betätigung und Formung. Ojas, Prana -subtile Energie- sucht sich das Feld der Betätigung und durchwirkt es in unablässiger Art. Yogawiki: “Diese schöpferische Energie (ojas shakti) kann zu Versenkung und zu geistiger Erforschung verwandt werden.”
Führt dies Prinzip jedoch alleine zu leiblicher Reproduktion, weil es nie sublimiert wird, genügt es aber nicht seinem ursächlich geistig beheimateten Wesen – es kommt nicht zu sich selbst zurück, sondern verharrt und bindet zurück in die Weltlichkeit, erschöpft seine Kraft in der Verstetigung der äußeren Art und der endlosen Wiederholung dieses Mechanismus..