” – Furchtlosigkeit, Reinheit des Wesens, Erkenntnis, Hingebung; Beständigkeit, Freigebigkeit, Bezähmung, Opfer, Vedastudium, Askese, Geradsinnigkeit.
– Schonung, Wahrhaftigkeit, Nichtzürnen, Entsagung, Nicht-Hinterbringen, Mitleid mit den Wesen, Nicht-Begehrlichkeit, Milde, Schamhafigkeit, Nicht-Unstetsein.
– Energie, Geduld, Festigkeit, Sauberkeit, Harmlosigkeit, Nicht-Überhebung, – diese, o Bharata, werden dem zuteil, welcher für ein göttliches Geschick geboren ist.
– Hinterlist, Stolz, Hochmut, Zorn, Schroffheit, Nichtwissen, – diese dem, der für ein dämonisches Geschick geboren ist, o Prithasohn.
– Das göttliche Geschick führt zur Erlösung, das dämonische zur Bindung. Klage nicht, o Sohn des Pandu, du bist für ein göttliches Geschick geboren.”
Erlösung und Unsterblichkeit erlangt freilich nur derjenige, der wie ein Yogin seine Bindung an die Gunas durchschaut, der ‘erkennt’, daß kein anderer Täter als die Gunas vorhanden ist, der diese überwindet und hinter sich läßt. Von ‘niskamakarman‘ ist die Rede, von leidenschaftslosem Tun, welches das Handeln des Erlösung Suchenden auszeichnen soll – darauf läuft die ethische Belehrung Krsnas in der Bhagavadgita hinaus. Taten ohne Anhaften binden nicht. Und erst wenn alle Taten selbstlos ohne Gier nach dem Ergebnis getan werden, dann wird der Mensch von allem Leiden befreit, wird er gleichmütig und gelassen ‘zur Brahman-Werdung reif’, unsterblich. So wird er schließlich fähig zur Verehrung und Liebe Krsnas, der sich dem zweifelnden Arjuna jetzt als höchster Gott offenbart:
“Durch die Verehrung erkennt er mich, meine Größe und wer ich bin, dem Wesen nach; hat er mich aber dem Wesen nach erkannt, so geht er sogleich in dasselbe ein. Und indem er allezeit alle seine Werke tut im Hinblick auf mich, erlangt er durch meine Gnade die ewige, unvergängliche Stätte.” (Stephan Schlensog)